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Kyudo

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Kyudo (弓 澭, jap., kyu = Bogen, do = Weg, deutsch: Weg des Bogens) ist die über 500 Jahre alte Kunst des japanischen Bogenschießens. Die Wurzeln liegen im kriegerischen Schießen auf dem Schlachtfeld und im zeremoniellen höfischen Bogenschießen, das über chinesische Einflüsse von neokonfuzianistischem Gedankengut geprägt wurde. Es gibt eine Reihe von Schulen und Gruppen mit verschiedenen Traditionen und Schießtechniken, sowie eine Vielzahl von Ideologien und Standpunkten. Der offizielle japanische Dachverband ist die All Nihon Kyudo Federation (ANKF). Der ANKF ist die European Kyudo Federation (EKF) und die American Kyudo Renmei (AKR) angeschlossen, Deutschland wird in der EKF vom Deutschen Kyudobund (DkyuB) vertreten.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Kyudo hat sich aus den Kriegskünsten des japanischen Adels entwickelt. Es ist die älteste aller japanischen Kampfkünste. Die ersten Zeugnisse für den Gebrauch des Bogens reichen bis in das 4. Jahrhundert nach Christus zurück. Der Bogen galt als die Verkörperung von Disziplin und Reinheit.

Bögen wurden ursprünglich aus unbehandeltem Holz angefertigt. Der aus diesen frühen Modellen entwickelten Langbogen, eine der gefürchtesten Waffen der Samurai mit hoher Reichweite und Durchschlagskraft, wurde jedoch auf aufwendigere Weise hergestellt. Ein Holzkern wurde mit mehreren Bambusschichten zusammengeleimt, danach mit einer Lackschicht überzogen und mit Rattan umwickelt. Aus diesem Verbundmaterial gefertigte Bögen hielt wesentlich besser die Spannung als ein einfacher Holzbogen. Die Bespannung bzw. die Bogensehne (jap. 弦? tsuru) bestand aus wachsüberzogener Hanf- oder Bastfaser, welche mit Seidenband am Korpus des Bogens befestigt wurde; traditionell verwendete man weißes Seidenband am unteren und rotgefärbtes am oberen Ende.

LangbögenDai-kyu stellten lange Zeit die Schlüsselwaffe in jeder Schlacht des feudalen Japans dar. Die Samurai suchten sich im Kampf gezielt einen gegnerischen Bogenschützen heraus und lieferten sich mit diesem eine Art Fernkampfduell, anstatt geschlossen als Truppe zu agieren. Selbst als Mitte des 16. Jahrhunderts die ersten Feuerwaffen in Japan Einzug hielten verlor der Bogen zunächst nicht an Bedeutung. Schusswaffen benötigten teures, aus England importiertes Schießpulver und wurden zudem bei Regen oft unbrauchbar. Bögen waren weitaus verlässlicher und hatten in der Hand eines geübten Schützen annähernd dieselbe Reichweite bei höherer Schussrate. Jedoch behielt das Bogenschießen als ein Instrument für Jagd und Sport und in der Gegenwart besonders als Mittel zur persönlichen Weiterentwicklung seine Bedeutung.

Nach dem zweiten Weltkrieg wurden die vielen verschiedenen Schulen vereinheitlicht und zwei vorherrschende Stile entwickelt: Der Shomen-Stil, bei dem Wert auf Eleganz gelegt wird, und der Shamen-Stil, dessen Schwerpunkt in der Schießtechnik liegt. Die technischen Unterschiede lassen sich aus der früheren Verwendung erklären, d.h. ob kriegerisch zu Fuß (Bushakei), zu Pferd (Yabusame) oder zeremoniell (Reishakei) geschossen wurde.

Besonderheiten

Neben der besonderen Übungsmethodik unterscheidet sich der Bogen auffällig von westlichen Sportbögen. Der Yumi Bogenhalter mit einem Paar Yumi(jap. 弓 yumi- andere Lesart kyû) ist asymmetrisch geformt, der obere Wurfarm ist deutlich länger als der untere. Die häufigsten Varianten sind der Langbogen (jap. 大弓 daikyu) und der Kurzbogen (jap. 半弓 hankyu). Typisch für den Langbogen (daikyu) ist seine asymmetrische Form. Der Griff teilt den Bogen in einen kurzen unteren Teil und einen erheblich längeren oberen Teil, wodurch sich diese Langbögen auch vom Pferderücken aus einsetzen ließen Die Gesamtlänge eines daikyu richtete sich nach der Auszugslänge, welche in etwa der halben Körpergröße des bushi (Kriegers) entsprach. Man unterschied die Standardlängen Sansun-tsumari (2,12 m), Namisun (2,21 m), Nisun-nobi (2,27 m), Yonsun-nobi (2,33 m), Rokusun-nobi (2,39 m) und Hassun-nobi (2,45 m). Neben dem Langbogen existierte eine hankyu (Kurzbogen) genannte, kürzere Variante, die zur Verwendung auf begrenztem Raum gedacht war, z.B. in Innenräumen oder zwischen dichtstehenden Bäumen; außerdem der kago hankyo, ein Miniaturbogen welcher selbst aus einer engen Sänfte heraus abgeschossen werden konnte.
Der verkürzte untere Arm des Langbogen ermöglicht es, den Bogen auch im Knien zu schießen.Bild Kyudoschuetze in Hakama und Gi Englische Langbogenschützen können dies nicht. Die Theorie, dass der untere Wurfarm verkürzt wurde, um ein Schießen vom Pferd zu erleichtern, ist nicht zutreffend. Die asymmetrische Form bestand bereits, bevor Pferde überhaupt in Japan eingeführt wurden. Es ist wohl eher anzunehmen, dass bei der Anfertigung eines Bogens aus einem dünneren Stamm das unregelmäßig dicke Holz unterhalb der Mitte gegriffen werden musste, um das „Gleichgewicht“ des Bogens – unten schwerer, oben leichter – zu erhalten. Später wurde diese Form beibehalten, obwohl sich die Composit-Bauweise (aus China übernommen) durchgesetzt hat. Ein Grund für die auffallende Länge dürfte auch in der Belastbarkeit des verwendeten Materials (Bambus) liegen. Bei der asymmetrischen Bauart ermöglicht der lange obere Schenkel den großen Auszug, der kürzere untere bewirkt eine höhere Pfeilgeschwindigkeit. Neuere Erkenntnisse zeigen, daß der HandBild berittene japanische Bogenschuetzenschock der Bogenhand bei einer 2:1 Teilung des Bogens am geringsten ausfällt. Der heutzutage verwendete Kyudo-Bogen unterscheidet sich kaum von seinem historischen Vorbild, dem daikyu der Samurai. Das Bogenschießen zu Pferd - KiSha - wurde einerseits von Minamoto Yoshiari im 9. Jahruhndet auf Geheiß des Kaisers Uda eingeführt. Diese Schule wurde als Takeda Bogenschule bekannt. Der Shogun Yoritomo setzte im 12. Jahrhundert alles daran, seine Krieger effizienter auszubilden. Er instruierte Ogasawara Nagakiyo, die Samurai im Bogenschießens zu Pferd, dem Yabusame, auszubilden. Diese Schule wurde bekannt als die Ogasawara Bogenschule.

Pfeile

Die Pfeile (jap. 矢 ya) bestanden aus einem Bambusschaft, welcher in einer Mulde mit stark erhitztem Sand begradigt wurde. Für die Befiederung verwendete man Adler-, Habichts-, Kranich- oder Pfauenfedern. Pfeilspitzen wurden von eigens darauf spezialisierten Schmieden hergestellt. Es existierten 3 Hauptformen: zunächst eine schmale, vierseitige Pfeilspitze, die nach dem Vorbild eines Blattes geformt war und auch danach benannt wurde (eine beliebte Form war z.B. sasa no ha, das Bambusblatt); die schmale Blattform eignete sich hervorragend, um die Rüstung eines Gegners zu durchschlagen. Außerdem Hirane, eine mit Stacheln versehene Pfeilspitze mit dünnem Blatt und Karimata, eine gegabelte Form. Der Köcher (jap. 梕 utsubo) bestand aus lackiertem Bambus und war am Boden mit einer Klappe versehen, so dass Pfeile auch nach unten aus dem Köcher gezogen werden konnten.

Schusstechnik

Der Pfeil wird bei einer Bogenstärke zwischen 10 und 20 kg horizontal auf das 28 Meter entfernte Ziel, das Mato (Durchmesser 36 cm)Bild 2 Mato, abgeschossen. Diese Entfernung und die Anordnung der Zielmitte knapp 30 Zentimeter über dem Boden geht auf die mittelalterliche Schlachtordnung zurück. Die Bogenschützen knieten und versuchten, den durch den Lederpanzer weniger geschützten Bereich des Unterleibs des Gegners zu treffen.
Der Bogen hat weder Zieleinrichtung noch Pfeilauflage. Der Pfeil wird an der Bogenkante rechts außen auf dem Daumen aufgelegt, also auf der dem Schützen abgewandten Seite des Bogens. Die Sehne wird mit Hilfe eines Schießhandschuhs mit einer Grube am Daumen gezogen. Neben dem eigentlichen Schießen wird eine Reihe zeremonieller Bewegungsformen in traditioneller Kleidung Hakama und Keiko-Gi, bei fortgeschrittenen Schützen auch im Kimono geübt. Einen wichtigen Teil des Trainings nimmt das Üben der Technik und der Bewegungsabläufe vor dem Makiwara ein. Dabei wird aus nur 2–3 m Entfernung auf ein Reisstrohbündel geschossen.

Die asymmetrische Form des Bogens und das Anliegen des Pfeils an der rechten Seite würden den Pfeil beim Lösen nach rechts oben ablenken. Um dieses auszugleichen, muss der Bogen beim Abschuss innerhalb eines Sekundenbruchteils zum Ziel gedreht/geschraubt werden (Tsunomi no hataraki), bevor sich der Pfeil von der Sehne löst.

Bild Endform-Zanshin_Kimono_StandformIn Koordination mit der Bewegung der linken Hand muss die rechte Hand nach innen eingedreht werden (Hineri), damit der Handschuh die Sehne freigibt.

Die Art des Schießens variiert je nach Schule und Stilrichtung. Als größere Schulen neuerer Zeit haben sich Heki-Ryu, Ogasawara-Ryu sowie Honda-Ryu durchgesetzt. Während in Japan überwiegend Shomen (zentrales Anheben des Bogens) geschossen wird, findet in Deutschland bzw. Europa hauptsächlich der Shamen-Stil Anhänger, bei dem der Bogen nach links ausgestellt gehoben wird. Die Hauptströmung ist hier Heki-Ryu Insai-Ha, auf den großen Einfluss von Genshiro Inagaki zurückgehend, der Deutschland erstmals 1969 im Auftrag der „Zen Nihon Kyudo Renmei“ besuchte. Er war bis zu seinem Tode 1995 Bundestrainer des Deutschen Kyudobundes.

Seit über 20 Jahren ist auch die Heki-Ryu Bishu Chikurin-Ha in Europa vertreten. Das Oberhaupt dieser Schule ist Kanjuro Shibata XX. Er war kaiserlicher Bogenbauer. 1994 wurde seinem Sohn, Kanjuro Shibata XXI., offiziell der Titel „Kaiserlicher Bogenbaumeister“ verliehen und er übernahm die Bogenbauwerkstätte seines Vaters in Kyoto.

Geistige Aspekte

Der Umgang mit dem Langbogen, jap. Kyudo (der Weg des Bogens), erfreut sich auch heute noch großer Beliebtheit als Kampfsportart und zählt zu den ältesten der traditionellen japanischen Budo-Künste. Bereits im 8. Jahrhundert wurde Kyudo bei traditionellen Anlässen ausgeübt und stellten eine der wichtigsten Kriegskunst-Disziplinen dar, die ein Samurai erlernen musste.

Der japanische Bogen entwickelte sich zur Etikette, als Statussymbol. In der heutigen Zeit wird der Yumi als Konzentrationsmittel benutzt und ist in allen Schichten beliebt. Kyudo wird oft mit Zen-Bogenschießen gleichgesetzt, dies ist nur teilweise richtig. Die unterschiedlichen Schulen betonen verschiedene Inhalte. Kyudo ist Bogenschießen und damit keine reine Meditationsübung, wenngleich in manchen Kyudo-Stilen dem meditativen Aspekt eine große Bedeutung zukommt. Das Buch von Eugen Herrigel Zen in der Kunst des Bogenschießens hat im Westen viel dazu beigetragen, Kyudo lediglich als eine Zen-Kunst zu betrachten und einer religiösen Tätigkeit gleichzusetzen. Diese Ansicht ist falsch. Wenn man einen Zen- oder Kyudomeister fragen würde, bekäme man folgende Antwort: Kyudo ist Kyudo und Zen ist Zen. Vergleiche hierzu auch http://www.gungfu.de/aikido/herrigel.html.

Kyudo ist keine Religion. Es wurde zunächst von dem Schintoismus beeinflusst, der Bogen und Pfeil schon vor 2.000 Jahren rituell gebrauchte. Die zeremonielle Bekleidung und der achtungsvolle Umgang mit dem Gerät zeugen davon. Der Zen-Buddhismus kam in der Kamakura-Periode (12. bis 14. Jahrhundert) nach Japan und beeinflusste die Gedankenwelt der Samurai, die sich wegen ihrer blutigen Aufgabenstellung permanent mit Leben und Sterben auseinandersetzen mussten. Die Angst vor dem Tod durfte das eigene Handeln auf dem Schlachtfeld nicht beeinflussen.

Im 17. und 18. Jahrhundert bekam die Kyudopraxis eine philosophische Tendenz. Sprüche wie „ein Schuss – ein Leben“ oder „Schießen soll sein wie fließendes Wasser“ wurden mit der Lehre des Kyudo in Zusammenhang gebracht. Hier trennten sich die Auffassungen der unterschiedlichen Schulen. Teilweise wurde der Treffer als nachgeordnet betrachtet und behauptet, allein die richtige geistige Einstellung reiche beim Schießen aus.

Der Begründer des Kyudo in Deutschland, Inagaki GenshiroInagaki_Genshiro_Sensei, 9. Dan/Hanshi, sagte oft bewusst provozierend: „das höchste Gut des Bogenschützen ist der Treffer“. So lautet das Motto der von ihm vertretenen Heki-Schule auch: Kan-chu-kyu (kan chu kyu - Symbole - durchschlagend und dauerhaft treffen).

Nur bei korrekter Technik und richtiger Geisteshaltung kann dieser immer und immer wieder erreicht werden. Daher soll ein Anfänger Kyudo zunächst als Handwerk betrachten und zuerst die Technik fehlerfrei erlernen. Dann erst eröffnet sich der Bereich des Schießens, der vom Geist beeinflusst werden kann.

Im Kyudo soll im vollen Auszug und bei der Schussabgabe Munenmuso oder Mushin (übersetzbar als „leerer Geist“) erreicht werden. Dieser entspricht jedoch nicht einer allgemeinen ziellosen Gleichgültigkeit, sondern beschreibt eher den Zustand einer so hoch verdichteten Konzentration, dass für andere Gedanken kein Platz ist.

Der 1990 verstorbene Hideharu Onuma, 9. Dan/Hanshi, unterschied drei Qualitätsebenen des Treffens:

  • Toteki: der Pfeil trifft das Ziel
  • Kanteki: der Pfeil durchbohrt das Ziel
  • Zaiteki: der Pfeil existiert im Ziel

Für die erste reicht eine gute Technik und Bewegungsform aus. In der zweiten ist eine zielgerichtete Dynamik erforderlich. Auf der dritten steht vor dem Lösen bereits fest, dass der Pfeil trifft. Dieses kann nur erreicht werden, wenn Körper, Geist und Technik zu einer Einheit verschmelzen.

Die japanische Dachverband ANKF lehrt zwei Schießstile, die sich in der Art, wie der Bogen auf oder über Kopfhöhe gehoben wird, unterscheiden:

  • Shomen-Stil: Das Shomen Uchiokoshi stammt aus dem zeremoniellen und dem Schießen zu Pferde. Dabei wird der Bogen mittig vor dem Körper gehoben. Der Shomen-Stil ist der vorherrschende Stil innerhalb der ANKF und aus der Honda-ryu abgeleitet, der von Honda Toshizane um 1900 begründet wurde. *
  • Shamen-Stil: Das Shamen Uchiokoshi stammt aus dem kriegerischen Schießen zu Fuß und geht letztlich auf die verschiedenen Zweige der Heki-Ryu zurück. Der Bogen wird nach links ausgestellt gehoben.

Der ANKF benennt als höchstes Gut des Kyudo folgende drei Komponenten:

  • 真 Shin – „Wahrheit“ technisch korrektes, mit der richtigen Gesinnung erfüllten Schießen
  • 禅 Zen – „Güte“ schließt positive Eigenschaften wie Höflichkeit, Mitgefühl, Sittlichkeit, und Friedfertigkeit ein und könnte mit sozialer und moralischer Kompetenz gleichgesetzt werden. Zen äußert sich in angemessener Haltung und angemessenen Verhalten in allen Lebenslagen, auch bei großem Stress oder in einem Konflikt.
  • 美 Bi – „Schönheit“ findet man in der besonderen Erscheinungsform und der künstlerischen Gestaltung des japanischen Bogens sowie der traditionellen Bekleidung des Schützen. Bi ist gegenwärtig in der veredelten Etikette, die die Kyudo-Zeremonie umgibt.

Neben den offiziellen Schießformen der ANKF gibt es die klassischen Schulen (Ryu), die in die Vor-Meji-Periode zurückreichen, wie

  • Ogasawara-Ryu: Legt besonderes Gewicht auf Etikette und Zeremonien, für die sie neben Reitkunst und Bogenschießen seit dem 13. Jahrhundert an den kaiserlichen Höfen verantwortlich war.
  • Heki-Ryu: Bewahrt die traditionelle genaue Schießtechnik und den Schlachtfelddrill der Infantrie, die auf das 15. Jahrhundert zurückgeht, in einigen wenigen überlebenden Zweigen wie der Satsuma-ha, Chikurin-ha und Insai-ha.
  • Takeda-Ryu: Lehrt ausschließlich Yabusame, traditionelles Bogenschießen zu Pferde (seit dem 15. Jahrhundert).

Es gibt weitere nicht der ANKF angeschlossene Gruppen; z.B. Chozen-ji Kyudo: Gegründet von Jackson Morisawa in Hawaii (eine Kombination von Shomen-Stil und Rinzai Zen).

Für den Außenstehenden besonders auffällig ist der langsame Bewegungsablauf, die bei Zeremonien stilvolle traditionelle Bekleidung sowie die Einzigartigkeit und Schönheit des Bogens und der Pfeile. Beeindruckend sind auch die Selbstversenkung des Schützen und seine zielgerichtete Konze

jap-1
Shagi Shinan Ka - Ein Manuskript aus dem Jahr 1791 über das Japanisches Bogenschießen (klassische Kalligrafie). Gepackte zip-Datei

Komachaya Memoirs (Herrigels Aufenthalt in Japan) in englisch:

Herrigel and Master Awa (An account by Professor Komachaya)
The Myth of Zen in the Art of Archery von Yamada Shoji
Zum Mythos von Zen im Bogensport und Herrigels Rolle auf 
www.gungfu.de/aikido/herrigel.html
 

Yumi no Kokoro (jap.)- “Das Wesen des Bogens” von Meister Inagaki Genshiro - deutsche Version

 

 

 

 

Kyudo-ABC Im Japanischen gibt es - wie auch im koreanischen - viele Homonyme (Gleichklänge), d.h Wörter, die gleich ausgesprochen werden, deren sinojapanischen Schriftzeichen wie auch Bedeutung jedoch verschieden sind.

Ashibumi Setzen der Füße (1. Hassetsu)
Azuchi  Pfeilfang
Budo Kampfkunst (vergl. Kakugi)
Busha Kriegerisches Schießen
Bushi Krieger
Bushido Weg des Kriegers
Daisan erste Öffnungsbewegung des Hikiwake
Dan Meistergrad
Do Weg, Methode
Dojo Übungshalle
Dozo Bitte! (Freigabe zum Pfeilholen)

Dozukuri Balance des Rumpfes (2. Hassetsu)
Enteki Schießen auf 60 m Distanz
Fudeko Pulver (Asche) für Bogenhand
Gi Übungshemd
Giriko Harzpulver für den Kyudo-Handschuh
Hakama Hosenrock (Übungskleidung)
Hanare Lösen, Abschießen ("trennen"; 7. Hassetsu)
Hane Federn
Hara Unterbauch
Hassetsu Acht Stufen des Bewegungsablaufs
Haya erster Pfeil beim Schießen mit zwei Pfeilen (vergl. Otoya)
Hayake vorzeitiges Auslösen
Hazu Nocke
Heki ryu Insai-ha Heki-Schule (Lehrrichtung im Kyudo; Shamen Uchiokoshi)
Hikiwake den Bogen mit eingelegtem Pfeil ausziehen (5. Hassetsu)
Honza Vorbereitungslinie im Dojo
Hozuke Wangenkontakt des Pfeils im vollen Auszug (Heki-Schule)
Ikiai Atemrhythmus
Kai voller Auszug des Bogens (6. Hassetsu)
Kake Kyudo-Handschuh
Kamiza Sitz der Götter, meist durch ein Bild, Blumengesteck oder eine Schriftrolle geschmückt; Ehrenplatz im Dojo
Kai voller Auszug
Kakugi Kampfsport (vergl. Budo)
Kan Chu Kyu Fortlaufend durchschlagend treffen (Motto der Heki-Schule)
Keikogi Übungshemd
Kiai Kampfschrei (Bündelung der Körperenergie)
Kimono Traditionelle Bekleidung
Kiryoku spirituelle Kraft
Kisha das Schießen zu Pferd
Kiza Sitz, Knien beim formales Schießen in der Gruppe (Taihai) mit aufgestellten Zehe
Kuchiware Mundwinkelkontakt des Pfeils bei vollem Auszug (Kai)
Kyu Bogen
Kyu Schülergrad
Kyudo Bogenweg
Kyudoka Schütze (lit. Bogenkämpfer)
Makiwara Strohrolle - als Pfeilauffang (im Kyudo) in ca. 2 bis 3 m Abstand
Mato Zielscheibe (Standard: 36 cm Durchmesser und 28 m Entfernung)
Mete Rechte Hand (Pferdehand; vergl. Yunde)
Metsukai Blickführung
Monomi Blick zum Ziel
Muneate Brustschutz (für Frauen)
Munewari Gefühl der Brustöffnung im Abschuß
Nerai Zielen
No Pfeilschaft
Nobiai Dehnen (vor dem Abschuss), Weiterführung der Streckung im Vollauszug (Kai)
Obi Gürtel
Ochi letzter Schütze im Tachi (meist der Lehrer oder älteste bzw. ranghöchste Schütze)
Ogasawara ryu Ogasawara Kyudo-Schule (seit dem 13. Jhdt.)
Omai der erste Schütze in einem Tachi
Onegai shimasu "Bitte tun Sie mir den Gefallen!" (Pfeilholbitte)
Otoya zweiter Pfeil beim formalen Schießen (vergl. Haya)
Rei Tiefe Verbeugung (vergl. Yu)
Reisha Zeremonielles Schießen
Shintoismus Naturreligion Japans
Seiza Sitz, Zehen gestreckt
Sensei Lehrer, Meister (lit. früher Geborener id est Älterer)
Sha Schießen
Shai Abschusslinie
Shajo Schießplatz
Shamen Uchiokoshi seitliches Heben des Bogens
Shomen Uchiokoshi zentrales Heben des Bogens
Tenouchi Griff der linken Hand am Bogen
Tabi Japanische Socken
Tachi Gruppe von Schützen beim formalen Schießen (Taihai)
Taihai formales Schießen in der Gruppe
Tanden Unterleib, Körpermitte ("Meer des Atems"; Energie- und Impulszentrum etwa 3 cm Zentimeter unterhalb des Nabels)
Tanryuku
Tenouchi Art, den Bogen mit der linken Hand zu greifen
Torikake Fassen der Sehne mit der rechten Hand
Tsumeai
Tsunomi
Bogendruckpunkt an der Daumenwurzel
Tsuru
Sehne
Uchiokoshi Heben des Bogens (4. Hassetsu)
Ya Pfeil
Yabusame Ein Art des Schießen zu Pferd
Yajiri (klassisch) Pfeilspitze (vergl. Yanone)
Yanone (modern) Pfeilspitze (vergl. Yajiri)
Yazutsu Pfeilköcher
Yu leichte Verbeugung (vergl. Rei)
Yudaoshi Zurückführen des Bogens nach dem Abschuß
Yugaeri der Bogen dreht sich in der Hand beim Abschuss, die Sehne berührt die Außenseite des linken Unterarms
Yugake Schießhandschuh
Yugamae Vorbereitung (3. Hassetsu)
Yumi Bogen
Yunde Linke Hand (Bogenhand; vergl. Mete)
Yurumi Nachlassen der Kraftsteigerung rechts; vor dem Hanare
Zanshin Körperhaltung nach dem Schuss (8. Hassetsu)

ntration auf die gerade durchgeführten Tätigkeiten.

 

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