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2.5. Bogen-ABC

0-9

3D-SCHIESSEN Disziplin beim Bogenschießen, bei der auf dreidimensionale Kunststofftiere geschossen wird.

3D-Zielscheiben Tierzielscheiben die aus Kunststoff (meist Ethafoam) gefertigt sind, für das 3D-SCHIESSEN

A

A Abkürzung für authentisch.

AAC Amerikanischer Ausschuss für Bogenschießen.

Aalhaut Zierendes Backing, v.a. auf ungarischen Reiterbogen zu finden. Auch guter Wasserschutz.

AAS The Association for Archery (Britische Gesellschaft für den Bogensport an Schulen) www.aasinfo.demon.co.uk/aas1.html

Abdrücker (engl. Flaker) spitz zulaufendes Werkzeug aus Knochen. Geweih, Kupfer, etc., zur Bearbeitung von Feuerstein, mit dem durch Druck (mit der Werkzeugspitze auf das Werkstück im Randbereich) kleine Stein"späne" entfernt werden (Touchieren). Auf die Weise wird, langsam Span für Span, eine z.B. Pfeilspitze geformt.

Abgreifen siehe Stringwalking

Ablass (Lösen) Moment und Art des Loslassen der Sehne beim Schuss. Der Ablass sollte stets "passiv" erfolgen, die Muskeln werden nur entspannt, so dass die Zugkraft der Sehne die Finger streckt. Die Zughand sollte dabei weitgehend in Ruhe bleiben, also nicht deutlich nach hinten "rucken". Ein "unsauberer" Ablass ist eine typische Ursache für uneinheitliche Trefferlagen.

Ablassbewegung (Sleight) die Harmonie mit welcher der Ablass der Sehne erfolgt.

Ablassfehler Fehler beim Loslassen der Sehne zum Schuss, was zu "unsauberem" Pfeilflug (siehe Reiten, Schwänzeln) oder Trefferstreuung führt. Typische Ablassfehler sind Zupfen, Kriechen, fliegender Anker oder verreißen.

Abschlag-Hammer (Chipping-hammer) auch Hammer-Stein. Ein Stein der mit oder ohne Stiel, für das Abschlagen von Rohlingen für die Weiterverarbeitung zu Stein Pfeilspitzen verwendet wird.

Abschußbewegung, negative Drehbewegung des Bogenmittelstücks gegen den Uhrzeigersinn (für einen rechtshändigen Schützen nach rechts).

Abschußbewegung, positive Drehbewegung des Bogenmittelstücks im Uhrzeigersinn (für einen rechtshändigen Schützen nach links).

Abstimmung siehe Tuning

Agathias Byzantinischer Dichter und Historiker (ca.530-582 n.Chr.), der die Chronik des Prokopius von Caesarea ergänzte und bis zum Jahr 558 fortsetzte.

Ahistulf König der Langobarden (749-756 n.Chr.), beseitigte die byzantinische Restherrschaft nördlich des Apennins und bedrohte Rom; eine Eroberung des Kirchenstaates wurde aber durch den Frankenkönig Pippin verhindert.

Alamannen Elbgermanische Kriegerverbünde, welche den Römern um 260 n.Chr. das heutige Südwestdeutschland entrissen und neu besiedelten. Die alamannischen Kleinkönigtümer wurden um 500 n.Chr. von den Franken annektiert.

Alanen Stamm der iranischen Sarmaten, der ursprünglich in Südrussland siedelte und als Teilnehmer an der grossen Völkerwanderung 406 n.Chr. den Rhein überquerte. Andere Alanen verblieben in Nord-Kaukasien (heute: Osseten).

Alle ins Gold Gruß der Bogenschützen, die olympisches Bogenschießen betreiben (das Zentrum der olympischen Zielauflage ist gelb = Gold!).

Alle ins Kill Gruß der Bogenschützen, die jagdmäßiges Bogenschießen betreiben (das Kill, bzw. die Killzone bezeichnet den Bereich, in dem ein Tier waidgerecht tödlich getroffen wäre. Bei 3D-Zielscheiben und Tierbildauflagen in der Regel gekennzeichnet).

Amerika Round Bei der America-Round wird nicht - wie sonst üblich - auf metrische Distanzen geschossen, sondern auf in Yards gemessene Entfernungen. Es gibt jeweils eine Runde mit 30 Schüssen je Teilnehmer auf 60 Yards, 50 Yards und 40 Yards (54,86 m - 45,72 m - 36,58 m ), Schüler A :40y, 30y, 20y je 30 Pfeile, Schüler B: 3 X 25y je 30 Pfeile, Schüler C: 2 x 15y je 30 Pfeile. Das Ziel ist eine 122 cm Auflage. Die Wertung erfolgt pro Farbe : Gold zählt 9 Punkte, Rot zählt 7, Blau zählt 5, Schwarz zählt 3 und Weiß ergibt 1 Punkt.

American Style Flatbow (Flachbogen) Kurzer, breiter Bogen, den Bogen der Indianer nachgebaut

Ammianus Marcellinus Römischer Geschichtsschreiber (330-395 n.Chr.), Offizier und Anhänger Kaiser Julians, schrieb eine ausführliche Historie Roms in 31 Büchern; erhalten davon sind nur noch die Bücher für die Zeit von 352-378 n.Chr.

AMO Organisation der amerikanischen Bogen- und Zubehörhersteller

Angelsachsen Die germanischen Völker der Angeln, Sachsen und Jüten aus dem heutigen Niedersachen, Schleswig-Holstein und Dänemark, setzten im 5./6. Jh. n.Chr. nach England über und gründeten dort die Königreiche Kent, Sussex, Essex, Wessex, East Anglia, Mercia und Northumbria.

Anker(punkt) ist der Punkt, an dem der Tap oder die Hand und Sehne, das Gesicht des Schützen berührt. Er sollte immer an der gleichen Stelle liegen Meist Hand oder Tap unter dem Kinn und die Sehne mittig Kinn und Nase.

ANKF All Nihon Kyudo Federation ist der japanische Kyudo-Dachverband.

Anordnung siehe Tuning

Archer´s Paradox: Phänomen, dass der Pfeil sich im Abschuss verbiegt, um den Bogen herum windet und im freien Flug wieder beruhigt. Dies erklärt die Bedeutung des Spine-Wertes.

Archery englisch für Bogenschießen

Armschutz Ein Stück festen Materals, das dazu dient, den Bogenarm von einer schmerzhaften Berührung mit der Sehne zu schützen. In der Regel ist der aus Leder oder einem lederähnlichen Material gefertigte Armschutz an der Innenseite des Unterarms befestigt. Für Anfänger empfiehlt sich ein Armschutz, welcher Unter - und Oberarm schützt. Historischer Armschutz war auch aus Knochen, Horn, Holz oder Stein..Armschutz
Auch: (Arm-guard) beim japanischen Bogenschiessen an der Aussenseite des Armes getragen, da der Bogen sich nach dem Ablass in der Bogenhand dreht.

Asbell, Fred Bekannter Bogenschütze und -jäger

Auflegen (Nocking) den Pfeil zur Vorbereitung eines Schusses auflegen, d.h. an der Sehne festklemmen oder anlegen.

Aufspannen (Bracing) das Biegen des Bogens und Einfügen der Sehne am oberen Nock in Vorbereitung eines Schusses. Die auf der ganzen Welt unterschiedlichen Weisen einen Bogen aufzuspannen sind ein interessantes Studienfeld.

Auszug, Auszugslänge st die in Inch angegebene Distanz, über die der Schütze den Bogen spannt um zu seinem Ankerpunkt zu gelangen. Gemessen wird dabei von der Vorderkante des Bogens. Hiernach richtet sich natürlich die nötige Pfeillänge. Ebenso sollte der Bogen natürlich zur Auszugslänge des Schützen passen

authentisch Bezeichnet im Onlin -Schriftdeutsch eine Bauweise, Ausrüstung oder Kleidung nach historischem Vorbild, wobei die historische Genauigkeit meistens großzügig ausgelegt wird.

Awaren Reiternomaden aus Zentralasien, die sich seit 568 n.Chr. in mehreren Wanderungswellen, zunehmend vermischt mit bulgarischen Stämmen, in der ungarischen Tiefebene niederliessen. Der Westen ihres Siedlungsgebietes wurde zwischen 791-803 n.Chr. von den Franken unter Karl dem Grossen erobert.

Azincourt Ort einer berühmten Schlacht von 1415. Englische Bogenschützen bereiten den Franzosen eine verheerende Niederlage

B

B 50 Sehnengarn der Firma Brownell, Klassiker und bewährt für Holzbogen. Der einzelne Strang hat eine Stärke von 0,02 inch und eine Bruchfestigkeit von 49 engl. Pfund. Die erforderliche Strangzahl liegt aber, je nach Zuggewicht, zwischen 10 (25 engl. Pfund) und 20 (ab 100 engl. Pfund) Strängen, da beim Lösen durch die Beschleunigung ein Vielfaches des Zuggewichts auf der Sehne lastet.

Back englisch für Bogenrücken; die vom Schützen beim Schuss abgewandte Seite.

Back Set Vorspannung, der ansonsten gerade Bogen hat im entspannten Zustand eine leichte Krümmung zum Rücken hin, vgl. String Follow und Reflex

Back-Set Bogen Bogendesign, bei dem die Wurfarme von der gedachten Verlängerung des Griffstückes versetzt sind.

Backing Beim traditionellen Bogen die Verstärkung auf der dem Schützen abgewandten Seite des Bogens.Beugt Stringfollow und Bogenbruch vor und verstärkt (bei einigen Materialien) die Leistung des Bogens. Reine Schutzfunktion haben Gewebe (Leinen (Flachs), Hanf, Seide, oder Kunstfasern), darüberhinaus wirken Tiersehnen, Carbon- und Glasfaser leistungssteigernd ; Rohhaut liegt dazwischen. Klassisch ist Holzbacking, bevorzugt aus Hickory oder Bambus, bei allen anderen Hölzern muss auf durchlaufende Ringe geachtet werden. Eine Sonderform ist das "Kabelbacking", das nicht flächig, sondern als Strang (aus Natur- oder Kunstfasern) aufgebracht wird und auch leistungssteigernd wirkt. (Eine vergleichbare Auflage auf dem Bogenbauch nennt man analog "Facing"). Wichtig ist, dass Bauch und Rücken im "Gleichgewicht" bleiben, also vergleichbar leistungsfähig sind, sonst wird die "Gegenseite" überlastet.

Bajuwaren Stammesverbund, der sich im 5./6. Jh. n.Chr. aus nach Südostdeutschland einwandernder bzw. dort ansässiger Bevölkerung (Germanen, Kelto-Romanen) ausbildete; geriet ab 536 n.Chr. unter merowingischer Kontrolle.

Bambus sehr gutes Material sowohl für Bogen als auch für Pfeile

Bananna: Federnform

Barebow siehe BB!

Barreled (engl. für fassförmig.) Pfeilschaft, der sich an beiden Enden verjüngt und gute Flugeigenschaften hat.

Basis (Base) das hintere Ende einer Pfeilspitze, der Teil welcher im Pfeilschaft anliegt.

Baumstand (engl. treestand) 1. Jagdstellung eines Bogenschützen im Baum. 2. Tragbare oder fest installierte Konstruktion in einem Baum, auf der der Jäger steht.

BB Abkürzung für Barebow (siehe Blankbogen). Bogen ohne jegliche Zielhilfe. Button und Stabilisatoren sind zulässig, Face- und Stringwalking sind erlaubt.

BBR Abk.: Barebow Recurve (RecurveBlankbogen)

BBC Abk.: Barebow Compound (Compound-Blankbogen)

Bear, Fred: Bogenpionier

befiedern Federn am Pfeilschaft anbringen. Je nach Pfeilart und Bogen bzw. Disziplin die geschossen wird, fällt die Befiederung unterschiedlich aus.

Befiederung Die Federn die am Pfeilschaft angebracht sind nennt man Befiederung. Je nach Pfeilart und Bogen bzw. Disziplin die geschossen wird, fällt die Befiederung unterschiedlich aus.

Befiederungsgerät Ein Hilfsmittel um die Federn an dem Pfeilschaft anzubringen und alle Pfeile gleichmäßig zu Befiedern. Ist unabdingbar um eine gute und korrekte Befiederung zu erhalten.

Belly (engl. für Bogenbauch). Die dem Schützen beim Schuss zugewandte Seite.

BH Abk.: Bowhunter. Bogenklasse für LB und RC. Kurze Stabilisatoren und Schießen mit Untergriff sind erlaubt. Mindestzuggewicht kann vorgeschrieben sein.

Biegeform (Schicht-)Holzbrett oder Einspannvorrichtung zum Biegen von Bogenrohlingen. Dabei gibt es zwei grundsätzliche Systeme: 1. Eine gewölbte Form, über die der Stab von Hand oder mit Hilfe eines gelenkig angebrachten Flachstahls gepresst wird, oder 2. ein gerades Brett/Balken mit Auflagerklötzen, zwischen denen der Stab mit Hilfe einer Schraubzwinge oder eines Strickes heruntergezogen wird.

Biegen Hinein oder Herausbiegen von Krümmungen. Eine erstaunliche Fähigkeit des Werkstoffes Holz ist, dass es im erhitzten Zustand verformt werden kann, und zumindest einen Teil dieser Verformung nach dem Erkalten dauerhaft behält. Dies ermöglicht es (in gewissen Grenzen und abhängig von der Holzart), krumm gewachsene Stäbe zu richten oder auch gewollte, leistungssteigernde Verformungen am Bogenrohling (Reflex, Recurves) vorzunehmen. Das Erhitzen kann dabei in Wasser, über Wasserdampf (siehe dämpfen) oder mit "trockener Hitze" erfolgen. Manche Hölzer behalten allerdings die Biegung nicht dauerhaft, wenn sie auf Biegung belastet werden. Ahorn (gelegentlich) und Esche (zu 50 Prozent) verlieren z.B. die Recurves wieder. In Extremfällen, besonders bei Esche, kann das Holz auch eine "gummiartige" Konsistenz entwickeln und unbrauchbar werden! Besonders gut und dauerhaft lassen sich z.B. Robinie und Kirsche biegen.

Birkenpech Steinzeitlicher Kleber für Federn und Pfeilspitzen. Entsteht beim Verdampfen von Birkenholz als tiefschwarzes Kondensat. Heiß ist es zähflüssig und sehr klebrig, kalt hart und spröde. Diente auch zum Schäften von Werkzeugen, Abdichten von Gefäßen oder auch als Kaugummi, wie erhalten gebliebene Stücke mit Zahnabdrücken zeigen. Sehr dauerhaft. Reste von Birkenpech sind manchmal als schwarze Spuren an Steingeräten, z.B. Pfeilspitzen, bis heute erhalten.

Birkenteer (Birkenöl, Litauer Balsam, Dagget, Doggert, Dziegiec, lat. Oleum betulinum, Oleum rusci, frz. Huile de bouleau, Huile russe, engl. Birch-oil). Eine braunschwarze, ziemlich dickflüssige Masse von eigentümlichem Geruche, wird in Rußland in großer Menge durch trockene Destillation der Birkenrinde bereitet und bei der Herstellung des Juchtenleders angewandt, welches hierdurch seinen aromatischen Geruch erhält. Sie enthält als wirksame Bestandteile eine Reihe von Phenolen wie Guajakol, Kreosol, Kresol und löst sich vollständig in Äther, Chloroform, Benzol und Terpentinöl, hingegen nur teilweise in Benzin, Kalilauge, Alkohol, Eisessig, und Anilin. Die beim Schütteln mit Wasser erhaltene hellgelbe, sauer reagierende Flüssigkeit gibt mit verdünnter Eisenchloridlösung eine grüne Färbung, zum Unterschiede von der mit Wacholderteer erhaltenen Lösung, welche hierbei rot wird. B. wird äußerlich bei Hautkrankheiten und in der Volksmedizin angewandt. Der rektifizierte Birkenteer, welcher die mit Wasserdampf flüchtigen Bestandteile enthält, ist hellgelb und wird auch gegen Hautkrankheiten, ferner als Einreibung gegen Gicht und Rheumatismus sowie als Tierheilmittel angewandt.

Blankbogen siehe BB!

Blunt(spitze) Stumpfe Pfeilspitze zur Jagd auf Vögel und Kleintiere (aus Metall oder Hartgummi, historisch auch aus Horn, Knochen oder Holz). Der Pfeil dringt nicht ein, sondern wirkt allein durch die Schockwelle beim Auftreffen. Es lassen sich damit daumendicke Spanplatten durchschießen und Kleintiere bis Katzengröße werden oft durch einen einzigen Treffer getötet! 

BMS Abkürzung für Bogen mit Schussfenster

Bodenleder Sehr hartes, festes Leder, das durch historische Gerbverfahren mit Eichenrinde hergestellt und heute z.B. für Schuhsohlen verwendet wird. Eignet sich als Pfeilauf-/anlage; abriebfest und glatt, hart und trotzdem dämpfend.

Bodkin engl. für Schusterahle, bezeichnet eine nadelförmig schlanke, drei- oder viereckige Pfeilspitze, konnte Rüstungen durchschlagen

Bogenarm Hand, mit der der Bogen gehalten wird. Siehe auch Zielauge!

Bogenbauer (Bowyer) jemand der Bogen fertigt. Bei vielen Indianer-Stämmen gab es professionelle Bogenbauer.

Bogenbauerknoten auch Zimmermannstek, einfache, leicht versetzbare Schlinge zum Befestigen der Sehne am Bogen.

Bogenhand Siehe Bogenarm

Bogenholz (Bow wood) die für den Bogen verwendeten Materialien, im allgemeinen Holz. Begriff wird aber auch bei Verwendung von Horn, Geweih, Knochen und Metall verwendet.

Bogenhörner (Horns) die Enden des Bogens, im englischen auch ears. "Ohren" genannt.

Bogenhülle (Bow case) eine lange Hülle, Tasche oder anderweitiges Behältnis aus Holz, Haut, Leder oder Tuch, in welchem der Bogen, wenn er nicht in Gebrauch ist, aufbewahrt wird.

Bogeninnenselte (belly) Innenseite des Bogens im aufgespannten Zustand.

Bogenköcher Vorrichtung am Bogen zum Aufbewahren von Pfeilen

Bogenlänge Gesamtlänge des Bogens. Wird bei RecurveBogen von einem zum anderen Ende der Wurfarme gemessen; bei Compound-Bogen von einer Achse zur anderen. Es gibt Bögen in 66", 68" und 70". Welche Länge man verwendet ist von der Auszugslänge des Schützen abhängig.. Bei einer Auszugslänge von bis zu 28 Zoll sollte ein Bogen von 66 Zoll Bogenlänge verwendet werden. Beträgt die Auszugslänge 28 bis 30 Zoll, kann ein Bogen von 68 Zoll Länge geschossen werden. Für längere Auszugslängen werden Bogen von 70 Zoll Länge empfohlen. Die Gesamtlänge kann beim Recurve durch unterschiedlichhe Paarung des Mittelteils mit den Wurfarmen erreicht werden.Bei Compoundbögen wird die Länge von Achse zu Achse ermittelt.

Bogennocke Verstärktes Ende eines Bogens zum Einhängen der Sehne.

Bogen-Rohling (Bow stave) der Bogen in Rohform. Vor der Verwendung von Schiesspulver waren Bogen Rohlinge eine wichtige Handelsware und jeder wirtschaftlich denkende Indianer hatte eine gewisse Anzahl davon parat um sie, wann immer er die Muse fand, zu bearbeiten.

Bogenschlinge Ein Schnurschlaufe, die als Arm- oder Fingerschlinge getragen wird und verhindert, das dem Schützen der mit einer offenen Hand schiesst, der Bogen aus der Hand springt. (siehe Fingerschlinge)

Bogenschuss (Bow-shot) die Entfernung, die ein Pfeil vom Bogen aus zurücklegt.

Bogenschütze ((Archer) altfranzösisch archier, Latein arcarius, von arcus, Bogen) jemand der mit einem Bogen schiesst.

Bogensehne (Bowstring) die Sehne welche die Energie des Bogens auf den Pfeil überträgt. Diesbezüglich wichtig: das für die Sehne verwendete Material; Art und Weise der Behandlung; Befestigung am Bogen.

Bogenständer Vorrichtung, auf der der Bogen abgelegt wird, solange der Schütze ihn nicht benötigt. Ist vorwiegend aus Metall oder Kunststoff.

Bogner Bogenschütze

Bowyer Boyer engl. für Bogenbauer

Brustschutz Schützt bei Rechtshändern nicht nur die linke Brustseite (bei Linkshändern die rechte) vor schmerzhaften Berührungen mit der Sehne, sondern dient auch dazu, die Kleidung an den Körper zu pressen, um so ein Streifen der Sehne am Körper, das ein Ablenken des Pfeils zur Folge haben kann, zu verhindern.

Button Verstellbare federnd gelagerter Stift, der im Schussfenster des Bogens angebracht ist und als Pfeilanlage dient. Beeinflusst stark das Flugverhalten des Pfeiles (Spinewert ausgleichen). Unerfahrene Schützen oder Anfänger sollten den Button vom Fachhändler oder einem erfahrenen Schützen einstellen lassen.

BOS Abkürzung für Bogen ohne Schussfenster

Bowhunter Bogenjäger

Bowyer Bogenbauer

Broadhead engl. für eine zwei- oder dreiflügelige, scharf geschliffene Spitze für die Jagd

Brustschutz In erster Linie dient der Brustschutz dazu, die Kleidung des Schützen an den Körper zu pressen und so ein Streifen der Sehne an der Kleidung zu verhindern.

Burgunder Ostgermanische Völkerschaft, die 443 n.Chr. vom römischen Feldherrn Aetius in Savoyen angesiedelt wurde. Bis zur Eingliederung ins fränkische Reich im Jahr 534 existierte ein eigenständiges burgundisches Königtum.

Button Im modernen Bogensport eine einstellbare, gefederte seitliche Pfeilanlage. Mit dem Button können Spinegrenzwerte beeinflusst werden.

Byzanz Seit der Erhebung Konstantinopels zur zweiten Hauptstadt des Imperium Romanum im Jahr 330 n.Chr. bestand das Byzantinische Reich bis 1453. Der wegen seiner Rechtssetzungs- u. Restitutionspolitik bekannteste oströmische Regent zur Merowingerzeit war Kaiser Justinian (527-565 n.Chr.).

C

Cams So werden die Rollen eines Compoundbogen genannt. Es gibt sie in unterschiedlichen Formen und Ausführungen und beeinflussen das Zug- und Schussverhalten des Bogens.

Centercut Bis zur Mittellinie ausgeschnittenes Schussfenster

Center Shot (engl. für Mittenschnitt) das Bogenfenster ist so weit eingeschnitten, dass der Pfeil nahe bei oder in der Mittelachse des Bogens liegt

Centershot-Bogen Bogen, bei dem der untere Teil des Schußtensters über die Mittellinie des Bogens hinaus ausgeschnitten ist.

Chazaren Halbnomadisches Turkvolk zwischen unterer Wolga und Don mit Blütezeit im 8./9. Jh. n.Chr.; dessen Adel nahm teilweise den jüdischen Glauben an.

Checker T oder L - förmiges Gerät, mit dessen Hilfe die Spannhöhe des Bogens gemessen und die Höhe der Nockpunkte festgelegt wird.

Chlodwig Sohn des fränkischen Gaukönigs Childerich, erster christlich-katholischer Alleinherrscher der Franken (ca. 466-511 n.Chr.) und durch seine Eroberungen Begründer der merowingischen Vorherrschaft in Westeuropa.

Clout-Schießen Langstreckenschießen auf ein kreisförmiges, 48 Fuß großes, flach auf dem Boden befindliches Ziel. Eine Abfolge von verschiedenfarbigen Kreisen markiert die Entfernung der Ringe von der Mitte. Die Entfernung für Herren beträgt 180 Yards, die für Damen 120 oder, 140 Yards.

Cockfeder (Leitfeder auch Hahnfeder genannt) Die Feder, die im rechten Winkel zu der Nockkerbe aufgesetzt ist. Die meisten Schützen setzen den Pfeil so auf, dass die Leitfeder vom Bogen weg zeigt; Einige machen es anders herum.

Compositebogen(vgl. Laminatbogen) Ein aus mehreren Materialien zusammengesetzter Bogen, im Gegensatz zum Selfbow (Vollholzbogen) der nur aus Holz gearbeitet wird.

Compoundbogen Kurzer und kompakter Bogen dessen wichtigstes Merkmal die Rollen (Cams) an den Wurfarmenden ist. Über diese Rollen werden die Sehne und zwei Kabel geführt und bewirken durch ein ausgeklügeltes System eine Reduzierung des Zuggewichtes für den Schützen um bis zu 80%. Diese Art Bogen wird vor allem in den USA geschossen, auch zur Jagd werden sie dort bevorzugt eingesetzt.

Compressed Cedar engl. komprimiertes Zedernholz. Wie doch schon der Name sagt, per Druck verdichtetes Zedernholz! Zeder hat, u.A. auf Grund seines relativ hohen Harz- und Ölgehalts die Eigenschaft, sich sehr gut verdichten zu lassen. Der Vorgang führt eben NICHT, wie bei anderen Hölzern, gleich zum "Zerböseln", sondern die Zellschichten "kleben" gut zusammen, was naturgemäß dann zu einer höheren Steifigkeit und höherer Stabilität sowie Formhaltigkeit führt.

Cornus (lat. für Hartriegel) ähnlich dem Viburnum, gutes Pfeilmaterial, schwer, hart und zäh

CP, Comp. Abkürzung für Compound-Bogen

Creep Dehnungsart einer Sehne, vgl. Stretch, Slip. Die unangenehmste Dehnungsart. Creep (engl. Kriechen) bezeichnet die fortlaufende, nicht umkehrbare Längenänderung unter dauerhafter Belastung. Creep ist der Grund dafür, dass man z.B. auf Compoundbogen, welche in der Regel dauerhaft gespannt bleiben, kein Dacron findet (d.h. finden sollte!). Auch das viel verwendete FastFlight zeigt leider Creep unter Dauerlast! Für Recurveschützen ist dies aber nicht von Bedeutung. Es gibt inzwischen "no-creep"-Garne im Handel, die speziell für Compoundbogen entwickelt wurden. Diese sind grundsätzlich auch auf anderen Bogen (die für FF zugelassen sind!) einsetzbar.

Crécy Ort einer berühmten Schlacht 1346, durch engl. Bogenschützen entschieden

Cresting Ringe am hinteren Ende des Pfeils als individuelle Kennzeichnung oder Schmuck.

Crowndip Vollflächige, einfarbige Bemalung des Pfeilschafts im Bereich der Federn und der Nocke.

D

D-Profil Querschnittform der Wurfarme eines engl. Langbogens. Der Bogenrücken ist weitgehend gerade, höchstens leicht gekrümmt (entsprechend der natürlichen Krümmung der Stammaußenseite), Die Bauchseite ist gerundet. Die Abrundung kann dabei, bezogen auf einen perfekten Halbkreis, flacher (brotförmig) oder steiler (parabolisch) ausfallen. Flachere Formen sind weniger leistungsfähig, aber auch weniger fehleranfällig.

Dacron ist eine Garnfaser und bevorzugtes Sehnenmaterial für Vollholzbogen. Der Polyester-Abkömmling hat eine begrenzte Elastizität, was schonend für Holzbogen ist, da der Abschußschock abgefedert wird.

Dämpfer Büschel aus Fell, Wolle oder Gummi, werden zur Geräuschdämmung in die Sehne eingeflochten

Daumenring Daumenschutz aus Horn, Metall oder Leder gegen die Zugkraft der Sehne bei der vo allem im asiatischen Kulturkreis verbreiteten Schießtechnik: Die Sehne wird statt mit 3 Fingern mit dem Daumen gezogen. Erfordert, dass der Pfeil an der anderen Seite des Bogens anliegt, also bei Rechtshandschützen rechts! Sondertypen auch aus Stein gefertigt, z.B. chinesische Daumenringe, die normalerweise nicht das äußerste Daumenglied schützten. Bild siehe bei: http://coas.missouri.edu/anthromuseum/online/thumbring/thumbring.html Bei den Persern Sefin genannt.

Dechsel Querbeil, zum flachen Behauen von Holz, die Klinge ist nicht längs, sondern quer geschäftet, wurde in der Steinzeit zum Bogenbau verwendet

DBSV Deutscher Bogensportverband

Dechsel Eine Axt mit rechtwinklig zum Stiel stehender Klinge (Querbeil) zur groben Bearbeitung von Holzstäben. Schon in der Steinzeit (mit Feuersteinklinge) verwendet.

Decrowning Tangentiale Abtragung der Jahresringe am Bogenrücken, um auch bei kleinen Stammdurchmessern trotz der starken Krümmung der Ringe einen flachen Rücken (und damit insgesamt ein D-Profil) zu erhalten. Vorsicht! Besonders bei ringporigen Hölzern mit deutlich unterschiedlichem Früh- und Spätholz kann dies die Zugfestigkeit der Rückenfaser massiv schwächen, wenn ein großer Spätholzanteil dabei verloren geht! Wird in der Mitte des Bogenrückens das Holz bis zum darunter liegenden Ring entfernt, bleiben an den Seiten dennoch Streifen des ursprünglichen Ringes stehen; dabei muss das Decrowning so gearbeitet werden, dass diese "Seitenstreifen" bis zum Wurfarmende durchlaufend bleiben; gelingt dies nicht, muss das "Ende" des/der Seitenstreifen(s) mit einer Wicklung gegen Spanabheben gesichert werden!

deflex: .Von einer deflexen Bogenform spricht man, wenn der Bogen auch im entspannten Zustand in Zugrichtung gebogen ist. Die meisten Vollholzbogen ohne Backing entwickeln einen leichten Deflex in Folge des Stringfollows. Deflex gebaute Mittelteile erhöhen die Standhöhe (bei kurzen Bogen ein Trick gegen Holzüberlastung) und erleichtern (bei Recurves) das Spannen, da der Bogen sich nicht so leicht wegdrehen kann. Das Schussverhalten des deflexen Bogens ist aggressiver, der Bogen wirft schneller (d.h. schnellerer Pfeilflug). Das Gegenteil ist ein reflexer Bogen.

DFBV: Deutscher Feldbogen Sportverband

Dished Griff Bogengriff mit einer gleichmäßigen flachen Einbuchtung

DkyuB Deutschen Kyudobund

Dominantes Auge siehe Zielauge

Drehpunkt Jene Stelle an der Griffinnenseite des Bogens, die am weitesten von der Sehne entfernt ist (Standhöhe!).

Drehwuchs Wachstumsanomalie bei Bäumen. Die Holzfasern verlaufen nicht parallel zur Längsachse des Stammes, sondern in der Form einer Spirale. Ob bei einem Stamm Drehwuchs vorliegt, ist im ungefällten Zustand oft nur schwer zu erkennen, zeigt sich aber deutlich beim Spalten. Ist die Abweichung des Neigungswinkels vom einen zum anderen Ende, also auf ca. 1,8 m stärker als 30°, kann man das Holz nicht mehr zum Bogenbau verwenden, und selbst im Bereich zwischen 15° und 30° ist schon viel Erfahrung notwendig, um dies auszugleichen. Verdrehungen unter 15° sind unproblematisch.

Drift (Abtrieb) Natürlicher Abtrieb des Pfeiles von seinem vorhergesehenen Weg bedingt durch Seitenwind.

Druck-Zug-Methode Technik zum Spannen eines Langbogens: Ein Bogenende wird auf den Boden gestellt, und mit einem Fuß gegen Wegrutschen gesichert. Die Hand der selben Seite fasst den Bogengriff und zieht ihn nach hinten, während gleichzeitig die andere Hand den Bogen durch wegdrücken des oberen Wurfarms krümmt UND dabei in einer gleitenden Bewegung die Sehnenschlaufe in die Kerben schiebt. Besonders mit starken oder sehr langen Bogen schwierig. Erfordert Übung. Rutscht die drückende Hand ab, kann der Bogen in's Gesicht schlagen! Kann auch eine Technik bezeichnen, wie der Bogen in den vollen Auszug gebracht wird. Vgl. Vorhalte-Methode und Swing-Draw-Methode

Druckholz Besonders eng und hart gewachsenes Holz in Folge einseitiger Druckbelastung des Baumes. Entsteht z.B., wenn ein Baum am Hang absackt, schief steht, und nun gegen die Schwerkraft "kämpfen" muss, oder bei einseitiger starker Windlast. Druckholzbereiche sind besonders gut zum Bogenbau, hier für die Bauchseite, geeignet.

Druckpunkt (Button) Jene Stelle an der seitlichen Pfeilanlage, gegen die der Pfeil im Moment des Lösens gepreßt wird. Auch verwendet als Begriff für den Punkt am Griff, auf dem die Hauptdrucklast der Bogenhand wirkt.

Drücken des Bogens Bewegen des Bogens zum Ziel - meist zur rechten Seite des Ziels - während der Phasen des Lösens und des Nachhaltens.

DSB Deutscher Schützenbund Abteilung Bogenschiessen

Durawood Mit Kunstharz unter Druck getränktes Holz. Sehr fest und witterungsbeständig. Im Bogenbau für Mittelteile verwendet.

Durchsteige-Methode weit verbreitete Methode, den Bogen auf und ab zu spannen. Man steht dabei mit einem Bein "im Bogen". Birgt allerdings das Risiko, den Bogen ungleichmässig zu belasten und / oder die Wurfarme zu verdrehen

E

E-Modul Elastizitätsmodul. Mathematische Beschreibung für die Biegedynamik eines Werkstoffes, also seine Fähigkeit, mechanische Energie zu speichern und wieder abzugeben.

Effizienz Beim Bogenschießen versteht man darunter, wie viel der zugeführten Energie (Zugkraft) in Form von Beschleunigungsenergie (Abschussgeschwindigkeit) an den Pfeil übergeben wird, ausgedrückt in Prozent. Anhand der Masse des Pfeils und der Geschwindigkeit kann man berechnen, wie viel von der vorher zugeführten Zugkraft der Pfeil "mitnimmt", und wie viel im Bogen "verpufft", sprich in Wärme umgewandelt wird.

Eibe das Holz der Eibe war in Europa von der Jungsteinzeit bis ins späte Mittelalter das bevorzugte Bogenholz, heute in guter Qualität nur sehr selten zu bekommen

Einfacher Bogen (Self Bow) (einfacher) Bogen aus einem Stück; Holz oder anderes Material.

Eingespleisste Nockverstärkung (Footing) ein am Schaftende eingesetztes Stück Holz.

einfrieren siehe Freezing

einklemmen Das Einklemmen des Pfeiles bzw. der Finger beim voll ausgezogenen Bogen während des Zielvorganges, verursacht durch einen engen Sehnenwinkel. Kommt vor Allem bei kurzen Jagdbogen vor und kann mitverantwortlich für unsauberen Ablass oder das Abspringen des Pfeils von der Auflage sein.

einnocken (Aufnocken) Aufschieben, bzw. (bei Klemmnocken) Aufklemmen der Pfeilnocke auf die Sehne.

EKF European Kyudo Federation ist der europäische Kyudo-Dachverband

ELB Abk.: Englischer LangBogen. Gerader Vollholzbogen (auch aus Schichten laminiert), von mehr als 1,75m Länge und mit D-förmigem Querschnittsprofil; meist mit aufgesetzten Hornnocken für die Sehnenkerben. Das "klassische" Holz für den ELB ist Eibe, ebenso etabliert ist Eibenkern mit Hickory-Backing. Heutzutage werden auch diverse andere Holzkombinationen verwendet.

Endenschutz: Wird auf das untere Ende des Wurfarmes aufgezogen, um diesen vor Beschädigungen durch das Aufsetzen auf den Boden zu schützen.

Endlossehne Sehnenbauart, bei dem die Sehne aus einem einzigen Strang hergestellt wird, dabei wird der Strang mehrfach auf einem speziellen Sehnengalgen um zwei Stifte gewickelt und anschliessend die Öhrchen geflochten oder gewickelt.

Englischer Langbogen Von den Engländern verwendeter Bogen im Mittelalter

Erd/Übungs-Scheiben (Butts) in früherer Zeit als Zielscheiben verwendete pyramidenförmige Erdhaufen.

Epoxi Epoxidharz - Kleber. Zweikomponenten-Kleber, der sehr hohe Endfestigkeiten erreicht und kaum schrumpft. Häufig im Bogenbau verwendet, leider bei der Verarbeitung giftig (sowohl die geruchlosen(!) Dämpfe wie auch das Material bei Hautkontakt). Durch Erwärmen in der Abbindephase wird die Endfestigkeit noch weiter erhöht.

Ethafoam Scheibenmaterial. Schaumkunststoff mit geschlossenporigem Gefüge. Leicht, guter Pfeilstopp, wasserfest, gutes Wiederverschließen der Einschüsse - und sauteuer...

F

FAA siehe IFAA

FAAS Field Archery Association Switzerland (Schweizer Feldbogenverband)

Facetten (Facettes) die kleinen, beim Drücken einer Steinpfeilspitze entstehenden Flächen.

Facing Beim traditionellen Bogen eine verstärkende Materialschicht, die auf den Bogenbauch aufgeklebt wird. Die dabei verwendeten Materialien müssen besonders druckstabil bzw. druckelastisch sein. Diese Voraussetzung erfüllen einige Hölzer (begrenzt Ahorn, Ulme und Hickory, besser Osage, Eibenkernholz und Bambus), ideal, klassisch und mit maximaler Leistung Horn. Moderne Bogen haben auch dort aus diesem Grund eine Schicht Glasfaserlaminat. Wichtig ist, dass Bauch und Rücken im "Gleichgewicht" bleiben, also vergleichbar leistungsfähig sind, sonst wird die "Gegenseite" überlstet

Facewalking Ankertechnik beim Blankbogenschiessen, wobei der Haltepunkt im Gesicht (Ankerpunkt) je nach Entfernung verändert wird um ein besseres Zielen zu ermöglichen.

Fade-out Sanfter Übergang vom Griff zum Wurfarm

Fang-Pfeil (Retrieving arrow) ein Pfeil mit Widerhakenspitze, dazu hergerichtet die Beute, Fische oder Erdhöhlen bewohnende Tiere, mittels dem in der Wunde festsitzenden Pfeil zu ergreifen.

Fast-Flight Sehne Sehr starkes Material für die Bogensehne, das sich fast nicht mehr dehnt. Für Vollholzbogen ungeeignet, für glasbelegte nur mit Zulassung des Herstellers.

Feder Plastik- oder Naturfedern zur Stabilisierung des Pfeilfluges

Federfahne Der weiche Teil der Naturfeder

Federstanze Werkzeug zum gleichmäßigen "Zuschneiden" von Federn. Die Feder wird in eine (einseitig scharfkantige) Form gelegt, durch die man dann dann mit einem Hammerschlag aus der Feder schablonenartig eine beliebig oft wiederholbare Form "herausstanzt".

Federwicklung Fadenwicklung an dem zur Pfeilspitze gerichteten Ende der Feder, die verhindert, dass der Federkiel sich abhebt und die Bogenhand verletzt. Bei historischen Pfeilen wurde der gesamte Kiel mit einem Faden gegen Abfallen gesichert. Eine solche, durchlaufende Federwicklung verursacht ein zischendes Fluggeräusch.

feet engl. Längenmaß 1 feet = 0,3048 m (12 inch).

Fehlschüsse (Over-/Under-/Wide-Arrows) d.h. darüber-darunter-daneben. Im englischen besondere Bezeichnung für einen Pfeil der das Ziel verfehlt, indem er: 1. über dem Zentrum steckt oder mittig über die Scheibe fliegt; 2.unter dem Zentrum steckt und mittig vor der Scheibe steckt; 3. rechts oder links neben dem Zentrum steckt oder an der Scheibe vorbeigeflogen ist.

Feldbogen Ein in der Regel etwas kürzerer Bogen, der zum Feldbogenschiessen verwendet wird.

Feldbogenschiessen Eine Disziplin des Bogensports, bei der der Schütze im Gelände schiesst. Es wird auf bekannte und unbekannte Entfernungen von 5 - 60 Meter geschossen. Je nach Parcours ist dieses Schiessen sehr anspruchsvoll, da z.B. bergauf oder bergab geschossen werden muss und man dabei bei Schätzen der Entfernungen sehr viel Erfahrung braucht.

Feldspitze Metallspitze zum Schießen auf im bewaldeten Gelände gestellte Ziele. Die Form der Spitze verringert das tiefe Eindringen in Holz (Bäume), wegen ihrer scharfen Kante aber nicht so scheibenschonend wie eine "bullet point'' o.ä. Spitzen

Fenster (Schussfenster) großer Ausschnitt im Griffstück des Bogens, erleichtert das Zielen, s. Mittenschnitt

Ferguson, Byron Bekannter Bogenschütze und -jäger

Feuerstein Steinzeitliches Material für Klingen, als Pfeilspitze und Werkzeug verwendet. Feuerstein kann, richtig bearbeitet, schärfer als jede metallische Klinge sein, wird daher auch heute (wieder) in der Mikrochirurgie eingesetzt. Leider ist er auch sehr spröde, daher als Pfeilspitze nur für Austellungsstücke (oder SEHR treffsichere Schützen) geeignet.

Fiberglas Kunstharzgebundenes Laminat aus Glasfäden. Im Bogenbau werden "unidirektionale" Verbundstoffe verwendet, das heißt, dass die meisten Glasfäden darin in die selbe Richtung verlaufen. Sowohl zug- wie druckfest und sehr leistungsfähig. An Naturwerkstoffen kann nur Bambus da mithalten. Neuerdings machen Carbonfasern dem Fiberglas Konkurrenz; diese sind aber erheblich teurer

Fingerschlinge Band mit Schlaufen, das um Daumen und Zeigefinger gelegt wird und die Funktion einer Bogenschlinge hat.

Fingerschutz schützt die Finger der Zughand vor dem Wundwerden, als Tab oder Schiesshandschuh

Finish durch Auftragen von Öl, Wachs oder Lack wird der fertige Bogen vor der Witterung, besonders Feuchtigkeit, geschützt

Fishtail-Effekt Hin- und Herbewegung des Pfeiles im Flug

FITA F.I.T.A. (Fédération Internationale de Tir à l'Arc): Internationaler Dachverband der Bogenschützen. Dieser Verband erarbeitet z.B. das Regelwerk, nach dem bei Olympische Spielen und Weltmeisterschaften geschossen wird.

FITA Feld- und Jagdrunde: Die FITA Feldrunde kann mit dem Blankbogen, dem Recurve oder dem Compound geschossen werden, wobei jeder Bogenart eine eigene Wertung zugeteilt wird. Es wird auf 12 bis 24 Scheiben geschossen. Dabei ist zu beachten, daß sich die Scheibenzahl durch vier teilen läßt. In der Regel werden zwölf Scheiben aufgestellt. Pro Scheibe werden drei Pfeile geschossen. Die Ziele sollen so an einem vorgegebenen Kurs angeordnet sein, daß sich durch das Gelände eine entsprechende Erschwernis im Zielen und Schießen ergibt. Bei einer FITA Arrowhead Runde werden zwei separate Feldrunden abgehalten. Die FITA Jagd Runde beinhaltet die gleichen Regeln wie in der oben erwähnten Feldrunde. Allerdings sind die Entfernungen der Ziele zu schätzen.

FITA - Regeln beschreiben die technischen und organisatorischen Voraussetzungen und Bedingungen die für ein FITA - Turnier verpflichtend sind. Sie stehen auf den Seiten der

F.I.T.A. - RUNDE Freiluft-Disziplin beim Bogenschießen, bei der die Damen jeweils 36 Pfeile auf eine Entfernung von 70, 60, 50 und 30 Meter schießen, die Herren dieselbe Anzahl von Pfeilen auf die Distanzen 90, 70, 50 und 30 Meter.

F.I.T.A. STERN Auszeichnung für ein bestimmtes Ergebnis. Die F.I.T.A. vergibt 5 verschiedene Auszeichnungen: den 1000er , den 1100er , den 1200er, den 1300er und schließlich den 1400er Stern. Die Zahlen beziehen sich jeweils auf die mindestens zu erreichende Ringzahl, um diese Auszeichnung zu erwerben.

Flachbogen Langbogen mit flachem Wurfarmquerschnitt

Flämisch Spleiß Besondere Herstellungsart von Sehnen. Die Nocken (Schlingen am Ende der Sehnen) werden geflochten.Bogensehnen im flämischen Spleiss werden insbesondere für traditionelle Bogen verwendet. Kostenlose Arbeitsanleitungen gibt es bei Robin Sport.

Flat Bow siehe Flachbogen

Flemish Spleiß siehe Flämisch Spleiß

Fliegender Anker Der Bogen wird nicht im Anker gehalten, sondern Ziehen, Ankern, Lösen und Nachhalten erfolgen in einer ununterbrochenen, fliessenden Bewegung

Flight-Schiessen Wettkampf zur Erzielung einer Maximaldistanz. Weitschußwettbewerb

Flu-Flu Hierbei wird der Schaft in der Regel mit 6 Naturfedern von etwa 10 cm Länge versehen, um seine Flugweite zu reduzieren. In dieser Art befiederte Pfeile werden primär zum Jagen von Vögeln und Kleinwild eingesetzt.

Flugbahn (Trajectory) die mehr oder minder gekrümmte Flugbahn eines Pfeils.

Footing eingespleisster Vorschaft aus Hartholz

fps, ft/s feet per second, Abschussgeschwindigkeit des Pfeils nach Verlassen des Bogens, 100 fps sind ungefähr 110 km/h
Franken Germanische Stammesgruppen vom Niederrhein; während der Spätantike zunächst Gegner, dann Föderaten Roms. Im 6. Jh. n.Chr. durch erfolgreiche Kriegszüge unter dem salischen Fürstenhaus der Merowinger (Kernlande zwischen Kohlenwald und Somme) Aufstieg zur Zentralmacht.

Free-Style Disziplin beim Bogenschießen, bei der sämtliche Hilfsmittel (z.B. in der Compound-Bogenklasse Refease, Scope etc.) zugelassen sind.

Furnier (Veneer) ein dünner Streifen festes, elastisches Material welches auf den Bogenrücken geleimt wird.

G

Game Trail spielerische Jagdsimulation. Entlang einer markierten Strecke hat der Schütze nicht nur die unbekannten Scheiben, sondern auch die günstigsten Schusspositionen zu finden.

Gap-Shooting engl. "Abstands-Schießen". Systemschießen. Nur bei einem Centercut-Bogen möglich. Der Schütze visiert das Ziel über den Pfeil an, wie weit er dabei drüber oder drunter hält, ist von der Schussentfernung abhängig. Das richtige Maß ist Erfahrungs- und Übungssache.

Gefolgschaftswesen Auf gegenseitiger Eidbindung beruhende Zusammenschlüsse germanischer Krieger unter einem Fürsten, der gegen Unterhalt, Waffen und Ausrüstung von seinen Gefolgsmännern absolute Treue und Kriegsdienst einforderte

Geschlossener Stand Fußstellung, bei der die Schießrichtung von der Fußspitze des hinteren Fußes über den Ballen des vorderen zur Zielmitte verläuft.

Gewundene Befiederung (Helical fletch) Federn, die diagonal auf den Schaft geklebt werden

Gipfelzuggewicht Das maximale Zuggewicht bei Compound-Bogen, das überschritten werden muß, um die Reduktion zu erreichen.

Glasbelegter Bogen s. Glasfiber

Glasfiber Glasfaser, modernes Material im Bogenbau, wird bei der Laminatbauweise als Backing und Facing eingesetzt. Extrem belastbar, ermöglicht neue Bogenformen wie z.B. Deflex-Reflex, besonders kurze Bogen oder arbeitende (elastische) Recurves

GNAS The Grand National Archery Society - Britischer Bogensportverbadn www.gnas.org

Gold Das Zentrum der Scheibenauflage, da der Neuner- und Zehnerring eine gelbe Farbe hat.

Goldfieber Negative psychische Einstellung des Schützen beim Lösen mit vielfältigen Erscheinungsformen (Verreißen, Schwimmen, Einfrieren etc.).

GPI grains per inch ist ein Gewichtsmaß für Pfeile.

grain Englisch/amerikanische Gewichtseinheit (1 Grain entspricht 0,0648 g). Meist werden Pfeilspitzen nach dem Gewicht spezifiziert. Üblich sind Spitzengewichte von 60 - 100 grain (FITA-Schiessen).

Gregor von Tours Fränkischer Historiker und Bischof von Tours (538-594 n.Chr.). Seine umfassende "Geschichte der Franken'' in zehn Büchern, geschrieben im Vulgärlatein des Frühen Mittelalters, reicht bis zum Jahr 591 n.Chr.

Griff (auch Ablass). Art, wie die Sehne gezogen wird. Man unterscheidet nach Prof E. S. Morse:

  • - Primär Ablass, Daumen und Fingerspitze des Zeigefingers greifen/klemmen das Pfeilnock
    - Sekundär Daumen- und mittleres Fingerglied des Zeigefingers greifen/klemmen das Pfeilnock
    - Tertiär Daumen und drei Finger auf der Sehne.
    - Mediterraner Ablass, Zeige, Mittel und Ringfinger auf der Sehne.
    - Mongolischer Ablass, Daumen auf der Sehne, mit oder ohne Daumenring.

Griff(Stück) (Grip) der Teil des Bogens, der mit der Hand gehalten wird. Dieselbe Bezeichnung wird auch auf entsprechende Teile von Schwertern, Dolchen etc., angewandt.

Griffleder Umkleidung des Griffbereichs am Bogen mit Leder. Schmuck, Schutz vor Verschmutzung und Komfortverbesserung. Man kann ein (grob) rechteckiges Stück auf der Rückenseite vernähen, oder einen Streifen spiralförmig herumwickeln. Wird das Leder zuvor gewässert, zieht es sich beim Trocknen zusammen und liegt absolut stramm an. Auch eine entsprechende Umwicklung der Nocks, d.h. Bogenenden, wird im englischen mit Packing bezeichnet.

Griffstück Auch grip, riser, handle: Jener Teil des Bogens, wo er gehalten wird. Bei 3-teilig zerlegbaren Bögen das Mittelteil.

Gruppe Drei oder mehr Pfeile, die sehr nahe nebeneinander liegen; siehe Guppierung

Gruppierung Meint das Auftreffen der Pfeile einer Passe auf der Scheibe. Die Gruppierung ist sehr wichtig um einen Bogen abzustimmen, dabei müssen die Pfeile nicht im Gold (Zentrum der Scheibe) gruppieren. Eine gute Gruppierung liegt vor, wenn die Pfeile eines Schützen möglichst nah beieinander liegen.

Gundobad Burgundischer Oberkönig (480-516 n.Chr.) mit Residenz in Lyon, zuvor gallischer Heermeister Roms, Förderer spätantiker Kultur und Zivilisation.

H

Hängender Pfeil Pfeil, der nur mit seiner Spitze in die Zielscheibe eingedrungen ist und von der Scheibe herunterhängt. Sollte vor'm nächsten Schuss entfernt werden, da er sonst leicht zerschossen werden könnte

Hahnen-Feder (Cock-feather) die Feder die bei waagerecht gehaltenem Bogen und eingenocktem Pfeil nach oben weist.

Handgelenkschutz ((wrist-)guard)) ein kleines Schild aus Leder oder anderem Material, welches über dem Handgelenk der Bogenhand getragen wird um dieses vor einem Schlag durch die Bogensehne zu schützen.

Handschock (engl. Kick) Rückschlag eines Teils der Schussenergie in die Hand über den Griff. Ein starker Handschock wird als störend empfunden und kann auf Dauer sogar Schmerzen verursachen.

Hanf historisches Fasermaterial zur Sehnenherstellung

Hartriegel siehe Cornus

Hasenleim Ein Hautleim derausschließlich aus Hasen- / Kaninchenhaut hergestellt wird.

Hautleim Kleber. Heißleim, hergestellt aus Hautresten, die bei der Lederherstellung anfallen. Angeboten in getrockneten Platten oder als Granulat, muss der Leim zum Gebrauch in Wasser erwärmt werden. Hohe Klebkraft, besonders für Naturmaterialien. Lange Trocknungszeiten bis zur Endfestigkeit (Wochen bis Monate!). Hautleim bleibt, im Gegensatz zu (sh.) Knochenleim auch nach dem Abbinden elastisch. Für biegebelastete Stellen geeignet.

HB Abkürzung für Holzbogen. Bogen ohne Fremdmaterialien. Pfeilan- und Auflagen, Griffumkleidungen und Sehnenkerben - Verstärkungen aus anderen Materialien sind meist erlaubt (es sei denn, Pfeilauflagen sind aus anderen Gründen ausgeschlossen).

Hings (engl.: Schwachstellen) Stellen im Holz, deren Festigkeit / Steifheit geringer ist, als der übrige Stab. Beim Bogenbau müssen solche Stellen früh erkannt und verstärkt bzw. stärker belassen werden, wenn der Bogen gelingen soll.

Hohes Handgelenk Oberkante des Handgelenks in einer Linie mit der Oberkante des Bogenarms; der Druck des Bogens zieht durch die V-Stellung von Daumen und Zeigefinger und die Handknochen ins Handgelenk. Dabei liegt auf der Handgelenkmuskulatur mehr Spannung als bei jeder anderen Handgelenkstellung.

Holmegaard Fundort eines steinzeitlicher komplett erhaltenen Bogens in Dänemark. Danach benannt ist der Holmegaard-Bogen, mit gerundetem Rücken (natürliche Krümmung des Ringes bei kleinem Stammdurchmesser) und weitgehend geradem Bauch. Zusätzlich bleibt die Breite des Wurfarms vom Griff aus über 2/3 bis 3/4 der Wurfarmlänge konstant. Primitive, aber durchaus effektive Bogenform mit wenig Stringfollow.

Holzkunde Informationssammlung bzw. Lehre vom Holz, Entstehung, Klassifizierung, Nutzwert und Verarbeitung. Hier eine Auswahl aus dem reichhaltigen Angebot im Internet: http://www.karlbucher.ch/frame/drwood/holzkunde.html (Wuchs und Aufbau von Holz), http://www.schreiner-seiten.de (Holzarten, Nutzwert, techn. Daten), http://www.espen.de (siehe unter "Information / Hölzer im Überblick: Holzsorten).

Holzpflaster Dünne Holzleiste, aus einem Jahresring (bzw. mehreren parallelen) geschnitten, die auf Holzbogen geklebt(und verschliffen) wird, um Fehler- oder Schwachstellen zu verstärken.

Hornbogen Obwohl es möglich ist, einen Bogen komplett aus Horn zu fertigen, sind mit dem Begriff meist Bogen gemeint, die auf einem Holzkern einen Belag aus Horn (bauchseitig) haben, der Rücken ist dabei meist mit Tiersehnen belegt. Das Horn ist wegen seiner hohen Druckelastizität besonders geeignet, die immensen Kompressionsdrücke auf der Bauchseite schadlos zu überstehen. Zudem wirkt es massiv leistungssteigernd. Reine Hornbogen sind selten und teuer; neben dem Problem, geeignetes Material zu beschaffen, erfordert ihre Herstellung jahrelange Erfahrung.

Hornnocken Aus Hornspitzen gearbeitete, auf das Bogenende aufgesetzte Verstärkungen, in die die Sehnenkerben eingearbeitet werden. Vor allem beim traditionellen engl. Langbogen aus Eibenholz üblich. Beugt, bei hohen Zuggewichten, Rissen im Bereich der Sehnenkerben vor. Bei Pfeilen: V-förmig eingespleißte Hornstücke am hinteren Ende, in die dann die Nocke eingearbeitet wird. Der Spleiß muss dabei rechtwinklig zum Nockenschlitz ausgeführt werden.

Horsebow engl. Reiterbogen

Hunnen Mongolisches Reitervolk, das im späten 4. Jh. n.Chr. nach Osteuropa einfiel und sich in Ungarn niederliess. Hunnische Reiter dienten noch lange nach dem Ende des Attila-Reiches (ca. 455 n.Chr.) als Söldner im oströmischen Heer.

Hunter-Runde Turniermodus, bei dem nur ein Pfeil pro Scheibe / Tierdarstellung geschossen wird.

I

IFAA International Field Archery Association (Internationaler Feldbogenverband)

Inch auch Zoll:Amerikanische Längenmaßt (1 inch entspricht 25,4 mm (siehe Zoll)

Indianerbogen Kurze, eher breite Vollholzbogen, oft mit Sehnenbelag, ggf. zusätzlich Hornstreifen bauchseitig. Man unterscheidet Prairie-Bogen (Reiterbogen, 1,20 - 1,40m), Plains- und Waldland-Bogen (1,40 - 1,60m).

Indikatornocke Pfeilnocke mit tastbarer Markierung an einer Seite. Die Nocke wird so auf den Schaft aufgesetzt, dass die Markierung in einer Linie mit der Leitfeder steht.

Insert Einzuklebendes Gewinde für Alu-Schäfte zur Aufnahme von Schraubspitzen oder-nocken.

Instinktives Schießen Besondere Erscheinungsform beim Bogenschießen, bei der der Schütze auf technische und sonstige Hilfsmittel verzichtet. Er zielt nicht, sondern hat sein "Ziel" lediglich kurz vor Augen, um dann zu lösen. Dabei werden beide Augen offen gehalten. Blacky Schwarz hat die Einführungsserie über instinktives Bogenschiessen vom Bogensportmagazin unter www.meinbogen.de/media/Das Feldbogenschiessen.pdf

J

Jagdbogen Bogen, der für die Jagd geeignet ist, Compoundbögen oder Recurves, die eine kürzere Bogenlänge bei höhrem Zuggewicht haben. Durch die kurze Bauform handlicher und (als Recurve) leichter. Für die Beschleunigung schwerer Pfeile, meistens von kürzerer Bauart für mehr Beweglichkeit im Gelände, vgl. Scheibenbogen

Jagdentfernung Die Entfernung zum Ziel, auf die ein Schütze noch zuverlässig mit dem ersten Pfeil die Killzone trifft. Je nach Größe derselben und Fähigkeit des Schützen zwischen 5 und 25 m.

Jagdpfeil Pfeil mit Jagdspitze. Die Verwendung von Jagdpfeilen kann einen Verstoß gegen das Jagdgesetz darstellen. (§ 39 Abs. 2 Nr. 6)

Jagdspitze Pfeilspitzen die es in unterschiedlichen Arten und Formen gibt, oft mit sehr scharfen Klingen. Das Jagen mit dem Bogen ist in manchen Ländern - so in Deutschland - verboten..

Japanische Sägen Sehr sauber und präzise arbeitende Sägen. Durch eine spezielle Zahnung sehr leistungsfähig (10/10 cm - Balken in 30 sek.!) Da sie auf Zug arbeiten, können die Blätter dünner sein. Die Schnittflächen sind so glatt, wie mit der Kreissäge geschnitten.

Judospitze (Judo-Point) Spitze mit (gefedert gelagerten) Krallen, die das Verschwinden der Pfeile im Gras etc. verhindern, da sich die Krallen verhaken und der Pfeil sich aufstellt oder überschlägt

K

Kabelabweiser Zubehörteil für Compound-Bogen, das die Berührung der Befiederung mit den Kabeln verhindert. Durch die gleichzeitige Verwendung eines sogenannten Gleitschuhs wird die Reibung der Kabel aneinander verhindert.

Kabelbacking Sonderform des Backings. Natur-, Kunstfasern, Tiersehnen oder Rohhautstreifen werden als ein oder mehrere parallele Stränge auf dem Bogenrücken befestigt.

Kernbohle Wird ein Baumstamm im Sägewerk (längs) in Scheiben (Bohlen) geschnitten, liegt der Markkananl in der mittleren Bohle. Nur bei dieser Bohle ist der Neigungswinkel der Ringe weitgehend rechtwinklig zur Schnittkante (geht ein Schnitt zufällig genau durch das Mark, sind beide angrenzenden nur leicht gekippt). Die Bohlen, die ganz oder zur Hälfte den Markkanal enthalten, sind die Kernbohlen. Diese sind besonders gut zum Bogenbau geeignet, da man die volle Breite ausnutzen kann.

Kernholz Innerer Bereich eines Baumstamms, der oft dunkler gefärbt ist, und ein druckfesteres, aber weniger elastisches Holz hat, als der äußere Splintholz - Bereich. Bein Bau von glaslaminierten Bogen wird auch das Holz zwischen den Glasschichten als Kernholz (core wood) bezeichnet.

Kernholzbaum Baumsorten, bei denen sich Splint- und Kernholz optisch unterscheiden lassen. In der Regel haben die beiden Bereiche auch unterschiedliche technische Eigenschaften, die man sich beim Bogenbau zu Nutze macht: Der Bogen wird so aus dem Holz gearbeitet, dass das elastischere Splintholz den Bogenrücken, das druckfestere Kernholz den Bogenbauch bildet. Ausnahmen: Robinie und Osage, hier wird nur das Kernholz verwendet, bei Esche nur das Splintholz.

Kevlar ist ein Garnmaterial, das auch für Sehnen verwendet wird. Eine Aramidfaser mit ähnlichen Eigenschaften wie Dacron.

Kill(zone) Bereich, in dem ein Tier waidgerecht tödlich getroffen wäre. Bei 3D-Zielscheiben und Tierbildauflagen in der Regel gekennzeichnet.

Kisser Der Kisser ist eine Mundmarke die an der Sehne angebracht wird. Er vermittelt dem Schützen den richtigen Ankerpunkt im Gesicht bzw. am Mund.

Kleber Vielfältig sind die Kleber, die im Bogen- und Pfeilbau verwendet (und die pers. Ideologien, welcher der beste für was ist). Diese Aufstellung versucht, die jeweils verbreitetsten Lösungen wiederzugeben: Pfeilspitzen: Heißkleber oder Epoxi, Federn: UHU hart, Pattex transparent, Teppichklebeband, Nocken: UHU allplast, UHU hart, Epoxi, Holzlaminate: Ponal 3 (blau), Epoxi, Backing: Hautleim, Ponal 3, Epoxi.

Klemmnocke (Snap-(on-) Nock) Pfeilnocke, in die die Sehne einrastet.

Klicker Kleine Metallzunge, die am Schußfenster vor und oberhalb der Pfeilauflage montiert wird. Der Schütze schiebt seinen Pfeil beim Ziehen zwischen den Klicker um das Mittelstück des Bogens. Zieht der Schütze weit genug aus, schnellt der Klicker zurück, schlägt gegen das Mittelstück und es klickt. Mit dieser Massnahme kann der Schütze seine Auszugslänge, die immer gleich sein sollte, optimal kontrollieren..

Knapping engl., vmtl. abgeleitet von "napping" (aufrauen). Verwendet im Zshg. mit der Bearbeitung von Feuerstein. Sh.: "flintknapping"

Knast Eine Verwerfung (Buckel) in der Holzstruktur, die dadurch entsteht, dass eine Wunde oder ein abgestorbener Ast von darüber liegenden Holzschichten wieder (geschlossen) überwachsen wird.

Knochenleim Kleber. Heißleim, hergestellt aus Knochen. Im Gegensatz zu (sh.) Hautleim nach dem Aushärten hart und etwas spröde. Nur für NICHT biegebelastete Stellen.

Köcher Aufbewahrungsbehältnis für Pfeile; wird zumeist an einem Gürtel um die Hüfte getragen.

Kompressionsbruch Bei Überlastung des (Vollholz-)Bogens auf der Druckseite (Bauch) entstehen fühlbare "Knitterfalten" durch herausgedrückte Holzfasern. Ursachen sind Baufehler, falsches Spannen oder generell zu hohes Zuggewicht für das verwendete Holz / Profil. Diese zunächst nur oberflächlichen Beschädigungen würden sich im weiteren Gebrauch vertiefen, zunächst vermehrtes Stringfollow und irgendwann Bruch verursachen. Wird der Fehler rechtzeitig entdeckt, kann man durch verstärken der Stelle den Bogen meist "retten". Daher neue Vollholzbogen nach jeder Benutzung darauf hin kontrollieren!

Kompressionsstauchung siehe Kompressionsbruch

Kompressionsriss siehe Kompressionsbruch

Konterstabilisatoren Siehe auch Stabilisator. Verhindern eine horizontale Verdrehung des Bogens beim Abschuss und sind Gegenspieler des Monostabilisators.

Konus Ein sich zu einem Ende ("konisch") verjüngender Zapfen. Für Pfeile beträgt der Standard-Konus: 11° für Kunststoffnocken, 5° für Klebespitzen.

Kreuzdominanz Händigkeit und führendes Auge liegen auf verschiedenen Körperseiten, also Rechtshänder mit linksdominantem Auge oder umgekehrt. Menschen mit Kreuzdominanz müssen sich entscheiden, ob sie mit der Bogenhaltung dem Auge oder der Hand folgen. Sinnvoller wäre, dem Auge zu folgen, also als Rechtshänder dennoch mit Links die Sehne zu ziehen.

Kriechen Fehler kurz vor dem Lösen. Schleichende Verringerung der Auszuglänge wegen mangelnder Konzentration oder zu starkem Bogen.

Kyudo bedeutet wörtlich der Bogen-Weg und ist die traditionelle japanische Form des Bogenschießens. Die Wurzeln liegen im kriegerischen Schießen auf dem Schlachtfeld und im zeremoniellen höfischen Bogenschießen, das über chinesische Einflüsse von neokonfuzianistischem Gedankengut geprägt wurde. Es gibt eine Reihe von Schulen und Gruppen mit verschiedenen Traditionen und Schießtechniken, sowie eine Vielzahl von Ideologien und Standpunkten. Der offizielle japanische Dachverband ist die All Nihon Kyudo Federation (ANKF). Der ANKF ist die European Kyudo Federation (EKF) und die American Kyudo Renmei (AKR) angeschlossen, Deutschland wird in der EKF vom Deutschen Kyudobund (DkyuB) vertreten. Die ANKF lehrt zwei Schießstile, die sich in der Art, wie der Bogen auf oder über Kopfhöhe gehoben wird, unterscheiden: * Shomen-Stil: Das Shomen Uchiokoshi stammt aus dem zeremoniellen und dem Schießen zu Pferde. Dabei wird der Bogen wird mittig vor dem Körper gehoben. Der Shomen-Stil ist die vorherrschende Standardform innerhalb der ANKF und aus der Honda-ryu abgeleitet, der von Honda Toshizane um 1900 begründet wurde. * Shamen-Stil: Das Shamen Uchiokoshi stammt aus dem kriegerischen Schießen zu Fuß und geht letztlich auf die verschiedenen Zweige der Heki-Ryu zurück. Der Bogen wird nach links ausgestellt gehoben. Neben diesen offiziellen Schießformen der ANKF gibt es die klassischen Schulen (Ryu), die in die Vor-Meji-Periode zurückreichen, wie * Ogasawara-Ryu: Legt besonderes Gewicht auf Etikette und Zeremonien, für die sie neben Reitkunst und Bogenschießen seit dem 13. Jahrhundert an den kaiserlichen Höfen verantwortlich war. * Heki-Ryu: Bewahrt die traditionelle genaue Schießtechnik und den Schlachtfelddrill der Infantrie, die auf das 15. Jahrhundert zurückgeht, in einigen wenigen überlebenden Zweigen wie der Satsuma-ha, Chikurin-ha und Insai-ha. * Takeda-Ryu: Lehrt ausschließlich Yabusame, traditionelles Bogenschießen zu Pferde (seit dem 15. Jahrhundert). Es gibt noch andere nicht der ANKF angeschlossene Gruppen: * Chozen-ji Kyudo: Gegründet von Jackson Morisawa in Hawaii (eine Kombination von Shomen-Stil und Rinzai Zen) * die Gruppen, die von Shibata Kanjuro unterichtet werden. Sie sind oft verbunden mit der Shambala Organisation des Tibetischen Buddhismus. Das Hauptdojo steht in Boulder, Colorado.

L

Länge, volle Klassifizierung für Federn. Hierbei handelt es sich nicht um zugeschnittene, sondern lediglich gereinigte, ggf. gefärbte, gespaltene oder geschliffene Federn. Meist bekommt man 2 Pfeilfedern aus einer der "vollen Länge".

Laminierter Bogen (vgl. Compositbogen) Bogen, der aus unterschiedlichen miteinander verleimten Schichten (Laminaten) zusammengefügt ist. Vorwiegend werden Fiberglas und Holz, neuerdings auch vermehrt Carbonfasern, traditionell nur verschiedene Hölzer bzw. Holz mit Bambus und/oder Horn miteinander verleimt.

Langbogen Der Langbogen ist ein traditioneller Bogen und entspricht der Urform des Bogens. Der Langbogen wird ohne Hilfsmittel, wie Visier oder Stabis geschossen.Dieser Bogen ist von der Form seiner Wurfarme gerade, verfügt mithin über keinen Recurve, maximal über einen leichten Reflex. Man unterscheidet den engl. Langbogen (mit D - förmigem) und den amerikan. Langbogen (mit flachem) Querschnitt.

Langobarden Nordgermanischer Stamm, der ursprünglich an der Niederelbe wohnte und vom 2. bis zum 6. Jh. n.Chr. über Mähren und Niederösterreich bis nach Ungarn zog, dann ab dem Jahr 568 (Nord-)Italien besetzte. Das dortige Königtum wurde 774 n.Chr. von Karl dem Grossen dem Frankenreich angegliedert.

lb, lbs Kürzel für englische Pfund (Singular, Plural). Ein übliches Gewichtsmaß im Bogensport Ein englisches Pfund entspricht 453,59 Gramm.

LB Abkürzung für Longbow / Langbogen. Lang- oder Flachbogen aus beliebigem Material, der Bogen darf ein Bogenfenster und Pfeilanlage aufweisen. Der Bogen muss im mediterranen Griff geschossen werden. Es müssen Holzpfeile mit Naturfedern geschossen werden.

Leerschuß siehe Trockenschuß

Leinen Flachs, historisches Fasermaterial zur Sehnenherstellung, bietet hohe Zugfestigkeit und sehr geringe Elastizität

Leinöl Öl aus den Samen des Leins. Muffiger Geruch, leicht gelbliche Farbe. Die Besonderheit von Leinöl ist, dass es nach einigen Wochen der Trocknung "verharzt", also eine lackartige Stuktur bekommt und dann auch weitgehend wasserfest ist. Als biologischer Oberflächenschutz für Holz brauchbar.

Leitfeder auch Hahnenfeder. Die Feder, die am Pfeil im rechten Winkel zur Nockenkerbe angebracht ist, zeigt beim Recurveschützen immer vom Bogen weg und beim Compoundschützen meist nach oben, um eine Berührung mit der Pfeilauflage oder dem Button zu verhindern. Meist unterscheidet sich diese Feder farblich von der restlichen Befiederung.

let off Zuggewichtsreduktion bei Compound-Bogen. Durch das Flaschenzugprizip dieser "High-Tech-Bogen" wird die aufzuwendende Kraft beim Auszug geringer, je weiter man zieht. Die Differenz zwischen Anfangszuggewicht und Gewicht bei Vollauszug wird durch das "Let off" angegeben. Sie kann über 75 Prozent betragen. Dadurch wird ein ruhigeres Zielen ermöglicht. Deshalb auch die innere 10 auf den Scheiben für die Compoundschützen.

Linksgewundene Feder Feder vom linken Flügel eines Vogels

Links(hand)schütze Entscheidend dafür, ob man jemanden als Linkshand- oder Rechtshandschützen bezeichnet, ist, mit welcher Hand die Sehne gezogen wird. Ziehen Sie die Sehne mit der linken Hand, sind Sie ein Linkshandschütze (zu 90% sind Linkshandschützen von Natur aus auch Linkshänder

lösen Das Auslösen des Releases oder das Öffnen der Finger bei gezogener Sehne. Man unterscheidet nach Prof E. S. Morse:

  • - Primär Ablass, Daumen und Fingerspitze des Zeigefingers greifen/klemmen das Pfeilnock
    - Sekundär Daumen- und mittleres Fingerglied des Zeigefingers greifen/klemmen das Pfeilnock
    - Tertiär Daumen und drei Finger auf der Sehne.
    - Mediterraner Ablass, Zeige, Mittel und Ringfinger auf der Sehne.
    - Mongolischer Ablass, Daumen auf der Sehne, mit oder ohne Daumenring.

Longbow engl. für Langbogen

luftgetrocknet Gegenteil von "kammergetrocknet". Bei der (länger dauernden) Lufttrocknung behält das Holz mehr seiner natürlichen Elastizität. Kammertrocknung lässt es spröde werden.

M

Manau siehe. Rattan

Magyaren Halbnomadischer Stammesverband aus Südrussland, um 895/896 n.Chr. nach einer Niederlage gegen die Petschenegen in den Westen abgedrängt, nahm während des 10. Jh. die ungarische Tiefebene dauerhaft in Besitz.

Marschal(l)k Eines der vier alten Hofämter neben Truchsess, Mundschenk und Küchenmeister, zunächst im wesentlichen Stallmeister. Aus der Oberaufsicht über die Pferde erwuchs auch der Befehl über das berittene Gefolge im Krieg.

Mary Rose ist ein vor der Küste Englands gefundenes, engl. Schlachtschiff (gesunken 1546), auf dem man 137 gut erhaltene mittelalterliche Langbogen und div. Zubehör fand . Schlichte, runde oder abgerundet D-förmige Eiben-Langbogen werden daher auch als Typ "Mary Rose" bezeichnet. Bemerkenswert war die Zugkraft der Bogen, die bis zu 185 englische Pfund reichte!

Maurikios Oströmischer Kaiser (582-602 n.Chr.), entweder von ihm selbst oder von einem seiner obersten Generäle stammt das Militärhandbuch Strategikon.

Meare Heath Fundort in Somerset, England, und damit Namensgeber für einen steinzeitlichen Bogentyp. 'Meare Heath' bow (ca. 2500 v.Chr).

Mediterraner Griff Von der Zughand befindet sich der Zeigefinger oberhalb, der Mittel- und der Ringfinger unterhalb des Pfeils; siehe Ablass!

Mittellinie Bezeichnung der Linie, die sich optisch ergibt, wenn man den Bogen im ungespannten Zustand von der Seite, an der sich die Sehne befindet, betrachtet. Durch die Sehne werden die Wurfarme optisch geteilt. Bogen mit Schussfenster sind oft bis zur Mittellinie geschnitten, so dass der Pfeil genau gerade in der Mittelinie beschleunigt wird ("centercut").

Mittelteil auch Handle/Riser: der mittlere Teil eines Bogens, an dem die Wurfarme angebracht sind..

Mittelwicklung Umwicklung des mittleren Teils der Sehne, auf dem der Nockpunkt fixiert wird und die vor einer Abnutzung der Sehne schützen soll.Wird meistens aus Mononylon, Fast Flight, geflochtenem oder gedrilltem Nylon hergestellt.

Mittenschnitt (Centercut) Das Bogenfenster ist so weit ausgeschnitten, dass die Sehne zentrisch hinter dem Pfeil liegt.

Monatsringe auch "Mondringe", siehe. "Zwischenfladerung".

Mondringe auch "Monatsringe", siehe. "Zwischenfladerung".

Monostabilisator Stabilisator von mindestens 25 Zoll Länge, der an der Front des Bogens befestigt wird und nach vorne (Richtung Scheibe) ragt.

Multi-Cam-Wurfarme Wurfarme, die über einen doppelten Recurve verfügen.

Mundmarke siehe Kisser

N

Nachhalten (Follow through) Ruhiges Verweilen in Schießhaltung nach dem Schuss, um den Flug des Pfeiles zu beobachten; beugt einem verfrühten Sinkenlassen der Bogenhand im Schussvorgang vor

Nachzielen  siehe Nachhalten

Naturfedern meist von Truthahn oder Gans verwendete Federn, für Rechtshandschützen von der rechten Schwinge des Vogels, für Linkshandschützen von der linken Schwinge, eine Seite der Feder ist glatt, die andere weist einen höheren Luftwiderstand auf, dadurch wird der Pfeil in eine Längsrotation (Drall) gezwungen. Die Verwendung von (auch gefundenen!) Federn geschützer Vögel stellt genaugenommen einen Verstoss gegen das Naturschutzgesetz dar!

Nock-Taper Konus am Pfeil zum Aufsetzen der Nocke

Nockboden ist bei Pfeilen der Boden der Nockenkerbe, also die tiefste Stelle im Nock. Es ist die Stelle, mit der der Pfeil auf der Sehne aufliegt und an der sich die Fingerinnenseite beim Ziehen befindet.

Nock(e) Einkerbung am Ende des Pfeils, mit der der Pfeil auf die Sehne aufgesetzt wird. Für Aluminiumpfeile gibt es sowohl einsetzbare wie aufschiebbare Nocken aus Kunststoff. Bei Holzpfeilen wird entweder der Schaft nur eingekerbt (Selfnock), eine Kunststoffnocke aufgesetzt, oder ein Stück Hartholz oder Horn angespleisst, das dann die Kerbe erhält. Kunststoffnocken sind meistens als Klemmnocken ausgeführt. Eine Sonderform ist die Kugelnocke, die ein entsprechend passendes Lager erfordert, das in die Sehne eingearbeitet wird. Pfeile von Naturvölkern, die als Sehnenmaterial Bambusstreifen o.Ä. verwenden, haben keine Nocke sondern werden nur stumpf auf die Sehne gesetzt.

Nocken Schlingen am Ende der Sehnen; s.a. flämisch Spleiss

Nockenwicklung Bei direkt in den Holzschaft geschnittenen Nocken (selfnocks) empfiehlt es sich, ca. 1 cm unmittelbar unter dem Nockenschlitz mit einem reißfesten Garn stramm zu umwickeln. Dies verhindert, dass der Schaft durch die Sehne gespalten wird, und verbessert nebenbei die Griffigkeit. Als Material eignet sich besonders hochwertiges Leinengarn. Fixiert werden kann dies mit Holzleim (vor dem Finish).

Nockpunkt Markierung auf der Sehne, die anzeigt, wo der Pfeil aufgesetzt werden muss. Der Nockpunkt wird meist mit Metallklammern (Klemmnockpunkte) oder durch eine Wicklung fixiert. Der Nockpunkt muss immer an derselben Stelle an der Sehne angebracht sein und darf sich nicht verändern. Zu Ausmessen des Nockpunktes dient der Checker.

Nockpunktzange Spezialwerkzeug zum Anbringen von aufgeklemmten Messing-Nockpunkten.

Nullpunkt (engl. "point blank") Entfernung, bei der der Pfeil das Objekt trifft, auf das die Pfeilspitze zeigt (wenn der Schütze über die Pfeilspitze zielt).

O

ÖBSV Österreichischer Bogensportverband

Öllinie Oberkante des fetthaltigen Bereichs bei Naturfedern. Vögel fetten ihre Federn regelmäßig mit körpereigenem Fett aus der Bürzeldrüse. Hält man eine nicht entfettete Feder gegen das Licht, kann man über dem Kiel bis etwa zur halben Höhe der Strahlen den gefetteten Bereich erkennen. Federn mit hoher Öllinie sind besonders unempfindlich gegen Feuchtigkeit, daher ist dies ein Qualitätsmerkmal.

Off the shelf: Schießen mit Pfeilauflage oberhalb des Schussfensters

On the shelf: Schießen vom Shelf, also der Unterkante des Schussfensters. Oft auch als "Schießen über's Shelf" angesprochen

Offener Stand Position der Füße auf der Schießlinie, bei der der linke (bei Rechtshändern) Fuß hinter einer gedachten Linie zwischen dem rechten Fuß und der Zielscheibe plaziert ist.

Ostgoten Germanisches Volk aus Südschweden, wanderte im 3./4. Jh. n.Chr. in die Ukraine, dann unter dem Druck der Hunnen im 5. Jh. n.Chr. bis nach Italien. Das hier von Theoderich dem Grossem gegründete Staatswesen wurde 535-553 n.Chr. durch die byzantinischen Feldherren Belisar und Narses zerstört.

Osage Orange lat. Maclura pomifera, Bogenholz aus USA oder z.B. Ungarn. Vom Holzcharakter vergleichbar mit einheimischem Robinien-Kernholz, jedoch noch leistungsfähiger, v.A. druckresitenter. Eibenholz ebenbürtig. Aus Osage lassen sich sowohl Langbogen mit sehr hohen Zuggewichten wie auch sehr kurze und damit schnelle Bogen herstellen. Die Bearbeitung erfordert allerdings einige Erfahrung, da es extrem hart ist und leicht splittert. Charakteristisch ist die intensiv gelbe Farbe, die erst nach Jahren in ein Honigbraun übergeht. Verwendet wird nur das dunklere Kernholz.

overbuilt englisch sinngemäß: "überzogen gebaut" = mit zu viel Sicherheitsreserve gebauter Bogen (also zu dick, breit, lang). Er wird zwar fast nie brechen, aber auch wegen des hohen Wurfarmgewichts nicht besonders gut werfen. Bestes Beispiel für einen "overbuilt" Bogen ist der (sh.) Meare Heath: ewig lang, breite Nocken, sehr breite Wurfarme mit Wicklungen. (Gebrochen ist der dann prompt im einzigen normal dimensionierten Teil: dem Griff...).

Overdraw Technik bei der die Pfeilauflage in Richtung der Sehne verschoben wird. Damit verkürzt sich der Auszug und es ist möglich, kürzere Pfeile als erforderlich zu schießen. Diese sind dann leichter und haben eine erheblich flachere Flugbahn.

overlay Verstärkung der Wurfarmenden im Bereich der Sehnenkerben. Beugt dem Ausreißen vor und verhindert Beschädigungen des Bogenrückens durch "Einsägen" der Sehne, v.a. bei Verwendung dünner Sehnen (Fastflight). Hergestellt aus Hartholz, Horn, Knochen oder Verbundkunststoff. Sonderform "gewachsenes Overlay": Ein oder mehrere Ringe der über dem Bogenrücken liegenden Holzschichten werden im Bereich der Sehnenkerben stehen gelassen.

overdraw Auszugsverkürzung. Besondere Form der Pfeilauflage, die den Bogen in Richtung Sehne faktisch verkürzt. Dadurch wird es dem Schützen ermöglicht, kürzere, als die tatsächlich benötigen Pfeile zu schiessen. Das wiederum hat zur Folge, dass er sich einen leichteren Pfeil auswählen kann, der schneller ist und mithin zu einer flacheren Flugbahn führt. Wird nur bei Compoundbögen benutzt. Die Länge des Over Draw ist durch die Regeln der FITA begrenzt.

P

Papiertest Durch einen kurz (1-5 m, je nach Bogentyp) vor dem Schützen aufgespannten Bogen aus dünnem Papier (z.B. Zeitungsseite) wird ein (oder zur Kontrolle mehrere Pfeil(e) geschossen. Aus dem Erscheinungsbild der Löcher kann man erkennen, ob die Pfeile "sauber" (= gerade) aus dem Bogen kommen, bzw. nach wo sie abweichen. Bei Bogen ohne Schussfenster wegen des (sh.) Paradoxons nur bedingt verwendbar

Parabol Federform

Paradoxon Bei einem Bogen ohne Centercut wird der Pfeil nicht genau gerade in der Mittellinie beschleunigt, da die seitliche Pfeilanlage versetzt dazu liegt. Dies führt dazu, dass der Pfeil beim Auszug nicht auf den Zielpunkt gerichtet ist, und dass er sich im Abschuss seitlich krümmt, da er sich gewissermaßen um den Bogen "herumwinden" muss. Der Pfeil richtet sich auf den ersten Metern der Flugbahn aus, was einen anfangs "schlängeligen" Flug zur Folge hat. Damit der Bogen dennoch gefühlsmäßig gerade schießt, ist eine präzise Abstimmung des Pfeils bezüglich seines Spinewerts erforderlich.

Parcours ist eine längere Strecke im Gelände, auf dem mehrere Tierscheiben aufgestellt sind.

Paulus Diaconus Chronist, Historiker und Mönch im Kloster von Montecassino (720-787 n.Chr.), wirkte auch am Hof Karls des Grossen und verfasste eine bis in die germanische Eisenzeit zurückreichende "Geschichte der Langobarden".

PB Abkürzung für Primitive-Bow. Lang-, Recurve oder Flachbogen aus Holz und Naturmaterialien ohne Kunststoffverstärkungen, Abschuss muss vom Handrücken erfolgen. Der Bogen muß im mediterranem Griff geschossen werden. Es müssen Holzpfeile mit Naturfedern geschossen werden

Peep-Sight Sehnenvisier. Kunststoffstück mit kleinem Loch, das zwischen den einzelnen Strängen der Sehne in Höhe des Auges befestigt wird.

Penobscot-Bogen Bogen der Penobscot-Indianer. Ein kurzer Bogen mit einem Kabelbacking aus Sehne oder Rohhaut, das nicht direkt auf die Wurfarme aufgebracht, sondern in der Mitte und am Ende in eigene Kerben eingehängt wird. In der Mitte wird dafür ein zusätzliches Holzstück auf dem Griff befestigt, so dass das "Backing" frei über dem Wurfarm steht, und sich nur weiter oben anlegt.

Perry-Effekt Leistungssteigernde Bauart für in Schichten verleimte Bogen. Bei diesen treten im Bereich der Klebefuge sogenannte Scherkräfte auf, d.h. wären die Schichten nicht verleimt, würden sie sich bei Krümmung zueinander verschieben (abscheren). Da der Verleimung dies verhindert, baut sich im Material Spannung auf. Werden die Laminate beim Verleimen nun reflex gekrümmt, bauen sich im Material beiderseitig der Klebefuge bereits im entspannten Zustand Vospannnungen auf, da der Bogen schon im ungespannten Zustand in die gerade Form "zurückdrängt". Somit entstehen im Material bei gleichem Auszug höhere innere Spannungen als bei gerade verleimten.

Pfeil (Arrow) ein stechendes, betäubendes oder schneidendes Projektil, welches von einem Bogen geschossen wird. Kann aus folgenden Teilen bestehen: Pfeilspitze, Widerhakenstück, Vorschaft, Schaft, Befiederung, Nock sowie Umwicklungen.

Pfeilanlage entsprechend der Pfeilauflage die seitliche Fläche, wo der Pfeil den Bogen berührt; siehe auch Button.

Pfeilauflage Hilfsmittel zum Auflegen des Pfeils, das am Schußfenster oder, bei Bogen ohne Schussfenster, seitlich am Griffbereich montiert wird. Am engl. Langbogen bei manchen Turnieren verboten.

Pfeilhölzer siehe Schaftmaterial

Pfeilkleber (arrow-cement) Klebstoff, der für die Befestigung der Pfeilspitze am Schaft verwendet wird. Bei einigen Indianer-Stämmen wird Kleber, bzw. Leim verwendet, um sehnenbelegte Bogen herzustellen.

Pfeilspitze (Arrowhead) der Teil des Pfeiles, mit welchem eine Wunde zugefügt wird. Eine primitive Steinpfeilspitze besteht aus: Spitze, Flächen, Schneiden, Basis, Heft sowie den Facetten.

Pfeilsuchgerät Metall-Dedektor, der dabei hilft, einen Pfeil im Gras oder ähnlichem Bewuchs wieder zu finden. Kann bei Holz- und Carbonpfeilen natürlich nur auf die Metallspitze ansprechen.

Pfeilzieher Greifhilfe, die es ermöglicht, ohne Abzurutschen einen Pfeil aus einem festen Material herauszuziehen.

Pfund Im Bogensport wird in engl. Pfund (engl. pounds, lbs) gerechnet! Ein englisches Pfund entspricht 453,59 Gramm.

Pistolengriff Bogengriff, der im oberen Teil stärker eingebuchtet ist.

Pivot-Punkt bezeichnet in der Technik den Drehpunkt, um den ein Gerät gedreht werden kann, aber auch den Schwerpunkt oder auch Gleichgewichtspunkt. Beim Bogen ist es der Punkt bezogen auf die Längsachse, bei dem sich der Bogen in der Waage hält. Dieser Punkt sollte idealerweise (es gibt immer Ausnahmen) mit der tiefsten Stelle am Griff übereinstimmen (Druckpunkt am Daumenballen), sodass der Bogen im Abschuß ausballanciert ist. Der Button befindet sich dann genau oberhalb dieses Punktes. Um die Differenz des Abstandes des Buttons zum Pivotpunkt muß der untere Bogenarm getillert werden.

Point blank engl. für Nullpunkt

Ponal Markenname eines häufig verwendeten Holzleims. Verfügbar in verschiedenen Qualitäten. Am häufigsten verwendet im Bogenbau wird davon "Ponal blau", also die wasserfeste Variante. "Ponal blau" ist NICHT die korrekte Markenbezeichnung, sondern umgangssprachlich, da diese Sorte einen blauen Ring am Deckel trägt, und sich damit von den (andersfarbig gekennzeichneten) Sorten unterscheidet.

Pope & Young (Club) 1. Amerikanische Bogenvereinigung, 2. Federnform

Pope, Dr. Saxton Bogenpionier

Popinjay Vogelschiessen, Wettkampfart, bei der fast senkrecht nach oben geschossen wird

Port Orford Zeder Holz für Schäfte, das nur noch schwer zu bekommen ist, da die Bäume (durch Pfeilmacher!) so dezimiert wurden, dass sie heute geschützt werden müssen! Im Handel meist als "Zeder" bezeichnet, botanisch (Chamaecyparis lawsoniana) keine echte Zeder, sondern im deutschen die Scheinzypresse.

Prim. Abkürzung für Primitive-Bow

Primitive-Bow Bogenklasse für Bogen aus natürlichen Materialien, die keineswegs im umgangssprachlichen Sinne "primitiv" gemacht sein müssen

Prokopius von Caesarea Byzantinischer Geschichtsschreiber (500-562 n.Chr.), Sekretär des Feldherrn Belisar, Autor umfangreicher Berichte über die oströmischen Kriegszüge gegen die Vandalen, Ostgoten und Sassaniden

Propellerholz siehe Drehwuchs.

Propellerwuchs siehe Drehwuchs

Pyramidal(-Bogen) (seltener: Pyramedial~), Bogen mit vom Rücken/Bauch her gesehen ausgeprägter Dreiecksform des Wurfarms. Während die Breite an der Sehnenkerbe meist zwischen 1 und 2 cm liegt, kann sie griffnah an der bereitesten Stelle zwischen 5 und 10 cm betragen. Der Breitenverlauf ist dabei linear. Der Typ des Pyramidalbogens bietet sich v.A. für geringer druckfestes Holz an, da die Belastung auf viel Fläche verteilt wird. Durch den starken "Taper" in der Breite fällt hingegen der Taper in der Dicke relativ gering aus! Oft liegen zwischen dickster und dünnster Wurfarm-Stelle nur 5 mm Differenz, im Extremfall ist die Dicke über den ganzen WA konstant.

Q

Querschneider Pfeilspitze (Jagdspitze), die eine Klinge (Metall oder Feuerstein) hat, die rechtwinklig zur Längsachse des Pfeils steht. Häufige, sehr effektive Klingenform in der Steinzeit, da aus Feuerstein leichter herzustellen als Dreiecksformen.

Quiver engl. Köcher

R

Rattan auch "Manau", Handelsbezeichnung für das Holz einer lianenartig wachsenden Palmenarten-Gruppe. Leicht und sehr elastisch. Zum Bogenbau geeignet.

Rechtsgewundene Feder Feder vom rechten Flügel eines Vogels

Rechts(hand)schütze Entscheidend dafür, ob man jemanden als Rechtshand- oder Linkshandschützen bezeichnet, ist, mit welcher Hand die Sehne gezogen wird. Ziehen Sie die Sehne mit der rechten Hand, sind Sie ein Rechtshandschütze (in aller Regel werden Sie dann auch von Natur aus Rechtshänder sein).

RC Abkürzung für Recurve

Rec. Abkürzung für Recurve

Recurve Ende des Wurfarms, das sich im Zeitpunkt des Lösens vom Schützen wegbiegt. In diesem Teil des Bogens wird beim "arbeitendem" (engl. "working") also mitbiegendem Recurve die meiste potentielle Energie gespeichert. Beim starren (auch "static") Recurve wird lediglich durch den Hebeleffekt eine zusätztliche Beschleunigung erreicht. .

Recurvebogen Bogen mit geschwungenen Wurfarmen

Recycling-Zielscheibe Tipp: Eine alte Schaumstoffmatratze, ca. 10 cm dick, in 3 Teile geschnitten und mit Acryl-Dichtungsmasse aufeinandergeklebt, ergibt eine preiswerte Zielscheibe, die mittelschwer ist, und gekauften Scheiben in nichts nachsteht (ca. 63 x 90 x 30cm).

Reflex Von einer reflexen Bogenform spricht man, wenn sich der Bogen im entspannten Zustand vom Schützen wegbiegt. Gegenteil des oben erklärten Deflexen Bogens. Der Bogen ist beim Abschuss nicht so aggressiv und deshalb langsamer und oft etwas genauer.

Reflex/Deflex Kombination aus Reflex und Deflex in einem Bogen; meist in der Form, dass die Enden reflex sind (oder sogar Recurves), das Mittelteil aber deflex, also vom Schützen weg gewölbt. Der Bogen hat, von der Seite gesehen, eine Doppel-S-Form. Deflexe Mittelteile "verschenken" zwar Leistung, sind aber sicherer zu spannen und liegen ruhiger in der Hand, der Bogen schießt sich weniger "giftig", ist also fehlerverzeiender.

Reifholzbäume Baumsorten, bei denen es keine sichtbaren Unterschiede zwischen Splint- und Kernholz gibt. Bei diesen Holzsorten sind die Unterschiede zwischen kernnahen und kernfernen Schichten auch in ihren technischen Eigenschaften geringer, als bei Kernholzbäumen.

Reiten Das Auf-und-ab-Schlängeln eines Pfeils im Flug. Meist ein Hinweis auf einen falsch liegenden Nockpunkt.

Reiterbogen Kurzer Bogen, der besonders geeignet für das Schießen vom Pferd ist. Hauptgruppen sind die indianischen Bogen (breite oder propellerförmige Flachbogen) und asiatische ("mongolische") Bogen, mit "Siyahs", in Schussrichtung abgewinkelten Aufsätzen, in die die Sehne eingehängt wird, und die als "statische Recurves" wirken.

Release Mechanisches Lösegerät, das ausschliesslich von Compoundschützen benutzt wird.

release (engl. für lösen) das Auslösen des Schusses. Folgende Unterscheidungen nach Prof E. S. Morse:

  • - Primär Ablass, Daumen und Fingerspitze des Zeigefingers greifen/klemmen das Pfeilnock
    - Sekundär Daumen- und mittleres Fingerglied des Zeigefingers greifen/klemmen das Pfeilnock
    - Tertiär Daumen und drei Finger auf der Sehne.
    - Mediterraner Ablass, Zeige, Mittel und Ringfinger auf der Sehne.
    - Mongolischer Ablass, Daumen auf der Sehne, mit oder ohne Daumenring.

Reuegeld Schadensersatzzahlung an einen Veranstalter. Bei Turnieren und ähnlichen Veranstaltungen wird oft ein Reuegeld eingefordert. Dieses kann niedriger, gleich oder höher als das Startgeld sein, oft gilt: "Startgeld ist Reuegeld". Das bedeutet, dass bei Absage einer verbindlichen Anmeldung das bereits gezahlte Startgeld nicht zurück erstattet, sondern als Reuegeld einbehalten wird. Eine solche Vorgehensweise ist rechtmäßig, wenn dies bereits bei Anmeldung (=Vertragsabschluss) bekannt ist. Mit dem Reuegeld wird der Veranstalter für die (im Falle der Absage vergeblichen) Vorbereitungsaufwendungen (für den Absagenden) entschädigt.

Rinde Abgestorbene Zellschicht an der Außenseite von Bäumen. Die papierartige Rinde mancher Bäume, z.B. Birke oder Sauerkirsche, eignet sich als schmückender und schützender Oberflächenbelag von Holzbogen.

ringporig Klassifizierung von Holzsorten. Bei ringporigen Hölzern sind (im Gegensatz zu streuporigen) die Unterschiede zwischen Früh- und Spätholz groß, das Holz ist von sehr unterschiedlicher Festigkeit: Spätholz = fest, Frühholz = spröde.

Riser engl. Anheber. Erhöhung des Bogenstabes im Griffbereich, um ihn dort steif zu machen und die Stoßfuge der Laminate zu verstärken. Bei Kompositbogen aus einem seperatem Stück Holz gearbeitet. Bei Selfbows kann man in dem Bereich den über dem Bogenrücken liegenden Ring stehen lassen.

Robin-Hood-Schuss Treffer eines Pfeils in die Nocke eines anderen, der in der Scheibe steckt. Nach der Legende bewies Robin Hood mit einem solchen Schuss seine Schießkunst. Sensei Prof. Inagaki, Bogenlehrer in Tokio, soll dazu gesagt haben: Nur ein Anfänger schießt sich selber in den Pfeil!

Rohhaut Ungegerbte Tierhaut. Da sie nur getrocknet, nicht gegerbt ist, hat sie eine wesentlich höhere Elastizität als Leder.

Rohschafttest Test, bei dem mit einem unbefiederten Pfeil geschossen wird. Soll zeigen, ob der gewählte Spinewert der richtige ist. Stimmt der Spinewert, steckt der Pfeil auch ohne Federn gerade in der Scheibe. Zum Bestimmen des optimalen Spinewerts schießt man eine Serie Rohschäfte mit unterschiedlichem Spine.

Rotte Gruppe, die gemeinsam bei einem Turnier schießt

Roven das; Ausführen des (sh.) Roving.

S

Saubuckel Federform

Schabhobel Werkzeug. Hobel mit nahezu senkrecht stehendem Messer, das nach dem Prinzip einer Ziehklinge arbeitet und sehr dünne Holzschichten, auch bei ungünstigem Faserverlauf, abnimmt.

Schaft Pfeil ohne Nocke, Spitze und Befiederung. Die Stärken sind meist in Zoll/Inch angegeben. Gebräuchlich sind, je nach Zuggewicht, 3 Schaftstärken: 5/16 (8 mm), 11/32 (9 mm) oder 23/64 (9,5 mm). Bei Aluminiumschäften wird die Schaftstärke mit einer vierstelligen Zahl angegeben, z. B. 1816. Die „18" steht dabei für den Außendurchmesser, gemessen in 00/64 Zoll, während die „16" die Wandstärke in tausendstel Zoll angibt.

Schaftgewicht Eigengewicht der Schäfte, angegeben in meistens in Grain. Die Pfeile eines Bogens sollten alle in etwa gleich schwer sein, sonst hat man eine große Streuung in der Höhenlage. Schäfte mit höherem Gewicht sind langsamer, übertragen aber mehr Energie. Daher wird bei der Jagd eher mit schweren Schäften geschossen.

Schaftmaterial Für traditionelle Pfeile: Holz (Schneeball, Hartriegel, Zitterpappel (Espe), Zeder*, Kiefer, Lärche, Esche) oder Bambus, ansonsten Aluminium, Kohlefaser, oder Verbundwerkstoffe (Alu/Carbon, sog. ACC). *Im Handel meist als "Zeder" bezeichnet, botanisch (Chamaecyparis lawsoniana) keine echte Zeder, sondern im deutschen die Scheinzypresse.

Scheibenauflage Papier mit Bildern oder Zeichnungen von Tieren, das auf der Zielscheibe befestigt wird. Das Treffen einer bestimmten Einteilung hat eine bestimmte Wertung zur Folge.

Scheibenbogen Bezeichnet einen komfortablen und fehlerverzeihenden Bogen, der damit besonders für das Schießen auf Turnierscheiben bzw. in der Halle geeignet ist. Der Bogen sollte etwas länger (1,70 bis 1,80 m), und weich zu ziehen sein, und kein zu hohes Zuggewicht (35 bis 45#) haben.

Scheibenmaterial Es gibt viele Materialien, die sich als Zielscheibe eignen. Grundbedingung ist, dass die Pfeile zuverlässig gestoppt werden, ohne Schaden zu nehmen. Der Klassiker ist Stroh. Gewickelt aber nur für Kinderbogen geeignet, verpresst als Turnierscheibe verbreitet (Stramit). Die High-Tech-Variante ist (sh.) Ethafoam, ein Schaumkunststoff. Historisch ist eine steinfreie Lehmwand, oder gestapelte Grassoden. Improvisiert werden kann mit Strohballen, Wellpappenstapeln oder mit Lumpen gefüllten Säcken. Recyclingscheiben sind aus Säcken, die mit Folienresten gefüllt sind, oder in 3 Schichten verklebte Schaumstoffmatratzen. U.V.M.

Scheibenpanik (engl. Targetpanic) siehe Goldfieber

Schießhandschuh Siehe auch Tab. Handschuh (aus Leder) mit 3 Fingern, der Zeige-, Mittel- und Ringfinger der Zughand schützt.

Schlangenbogen Bei einem Baum, der in der Längsachse wellig, also schlängelig gewachsen ist, lässt sich mit einer geschickten Wahl der auszustemmenden Bogen im Stamm zu einem "Schlangenbogen" ("Snakey") verarbeiten. Wichtig ist dabei, dass die Enden und die Griffmitte in einer Linie liegen, die "Schlängelungen" an beiden Wurfarmen in etwa symmetrisch oder gespiegelt vorhanden sind und die Mittellinie immer noch im Bereich des Holzes liegt und nicht daneben. Gelingt das, kann so ein Bogen "normal" funktionieren. Sehr charaktervoll! (Nicht verwechseln mit "Schlangenholz", das eine tropische Hartholzsorte ist!)

Schlangenhaut Zierendes Backing.

Schneeball siehe. Viburnum

Schraubspitze Pfeilspitze für Alu-Pfeile, die in ein Insert geschraubt werden, oder Pfeilspitze für Holzpfeile, die ohne Kleber mittels selbstschneidendem Gewinde aufgeschraubt werden (für konische oder parallele Schaftenden erhältlich).

Schußfenster Ausgeschnittener Teil des Mittelteils eines Bogens oberhalb des Griffes.

Schulz, John Bogenpionier

Schwimmen Schwanken des Bogenarms beim Zielen.

Schwänzeln Seitliche Pendelbewegung des Pfeils im Flug. Kann unterschiedliche Ursachen haben: Unsymmetrische Befiederung, krummer Schaft, unsauberer Ablass, falscher Spinewert, Seitenwind.

Scope Vergrößerungsglas, das am Visier befestigt wird (nur mit Peep Sight zu verwenden). Ist lt. Regelwerk derzeit nur am Compoundbogen erlaubt.

Scrimshaw Feine Schnitzerei, Muschel- oder Elfenbeinschnitzerei; engl. Bezeichnung für Kunstobjekte die, hauptsächlich Walfänger, aus Zähnen, Knochen oder Muscheln herstellten. Dafür wurden Bildvorlagen auf z.B. einen polierten Zahn gelegt, und die Darstellungen (Frauen, Walfangszenen, Schiffe, usw.) durch Nachstechen der Konturen übertragen. Diese Form des Kopierens wird Stippen (engl. stipple) genannt. Die Punktlinien wurden dann nachgeritzt und durch Schraffieren oder Anrauen der Stellen, die farbintensiver aussehen sollen, hervorgehoben. Dann kam eine Mischung aus Öl mit Ruß oder Kohlenstaub darauf, die die vertieften bzw. rauen Stellen einfärbte. Eventuell wurde unter Verwendung verschiedener Pigmente auch mehrfarbig gearbeitet. Alte Originalstücke sind heute wertvoll, viele minderwertige Imitate im Souvenierhandel erhältlich.

Sehne Schnur, die den Bogen spannt. Traditionell aus Tiersehnen, Rohhaut, Hanf, oder Leinen (Flachs); heute meist aus Kunstfaser (Dacron, FastFlight, oder ähnlichen Polyester-Abkömmlingen).

Sehnenbelag (Sehnenbacking) 2 - 4 Schichten aus aufgefaserten Tiersehnen, die mit Hautleim auf den Bogenrücken aufgeklebt werden. Erhöht die Bruchfestigkeit und massiv die Leistungsfähigkeit des Bogens; evtl. so sehr, dass dies der Bogen nur übersteht, wenn gleichzeitig an der Bauchseite eine Schicht aus Horn aufgebracht wird.

Sehnenbrett wie der Sehnengalgen eine Hilfskonstruktion zum Herstellen einer Bogensehne

Sehnengalgen Vorrichtung zum Wickeln einer Bogensehne, langer Balken mit verstellbaren Stiften

Sehnenmacher (Stringer) jemand, der Bogensehnen herstellt

Sehnenöhrchen (Eye, Noose) Schlaufen an den Enden einer Bogensehne. Im englischen wird mit eye die in das obere Nock eingehängte Schlaufe bezeichnet, während die untere Schlaufe mit noose, bezeichnet wird.

Sehnenstand s. Standhöhe

Sehnenverstärkter Bogen (allg. Sinew-backed Bow) ein Bogen, dessen Elastizität durch Verwendung von Tiersehnen auf der Rückseite des Bogens erhöht ist. Entweder, wie in den westlichen Vereinigten Staaten, solide aufgeklebte Sehnenfasern - Sehnenbelegter Bogen, oder, wie bei den Eskimo, aufgezogene verflochtene Sehnenstränge Sehnenstrang-Bogen. Verwendung hierbei finden auch Keile, Hebel und Brücken.
Sehnenwachs Imprägniermittel für die Sehne, verlängert die Lebenserwartung einer Sehne

Sehnenwachs Imprägniermittel, das die Haltbarkeit der Sehne fördert

Sehnenwicklung Verstärkter Teil der Sehne, auf der der Pfeil aufgelegt wird.

Selfbow Bogen aus einem einzigen Stück Holz, ohne Verleimungen - ohne Glasfiber- oder Carbonverstärkung

Selfnock Nocke, die nicht auf den Pfeil aufgesetzt, sondern als Kerbe direkt in den Schaft geschnitten wird

Shield Federnform

Snap-Nock Pfeilnock, die in die Sehne einrastet

Spannhöhe Abstand der Sehne bis zur tiefsten Stelle des Griffes. Jeder Hersteller gibt für seine Bogen eine bestimmte Spannhöhe vor.

Spannriemen Hilfsmittel, um den Bogen zu spannen und in einen schußbereiten Zustand zu versetzen.

Spannleine siehe Spannriemen

Speed-Nock Pfeilnock, die nicht in die Sehne einrastet

Spin-Tester Gerät zu Messung der Pfeilsteifigkeit

Spine Steifigkeit des Pfeiles

Spinewert Steifheitswert eines Pfeils. Dieser Wert wird gemessen, indem man ein Gewicht von 2 lbs auf die Mitte des Schaftes legt und dann die dadurch entstehende Durchbiegung mißt.

Spinne siehe V-Bar

Spitzen-Taper Konus am Pfeil zum Aufsetzten der Spitze

Spleißen Technik zum Stückeln eines Pfeiles

Stabilisator Auf Stangen aufgebrachte Gewichte, die an das Mittelteil des Bogens montiert werden, um die beim Abschuß auftretenden Drehmomente soweit zu verzögern, daß der Pfeil ungehindert am Bogen vorbeikommt.

Stand siehe 1. geschlossener Stand 2. offener Stand;

Standardgriff Gerader Bogengriff

Streifschutz siehe Brustschutz

String Follow nach dem Abspannen des Bogens bleibt ein Rest parabolischer Biegung in den Wurfarmen, wirkt leistungsmindernd

String-Walking Technik beim Blankbogen-Schießen, bei der die Veränderung der Position der Zughand auf der Sehne als Zielhilfe genutzt wird

Strlng walking Variation des Griffs der Zughand auf der Sehne, wird als Zielhilfe benutzt, da die 'Point blank' Entfernung damit veränderlich ist

T

T Synonym für das optimale Verhältnis von Wirbelsäule und Schultern beim Bogenschießen: gerade Wirbelsäule und beide Schultern auf gleicher Höhe. Besonders bei Bergauf- /-abschüssen ist es wichtig, den Körper in der Hüfte zu beugen, damit das T im Oberkörperbereich gerade bleibt. Anderenfalls verändert sich die Auszuglänge und damit die Höhenlage der Treffer im Verhältnis zur Visierlinie.

T/D Abkürzung für Take-Down.

Tab Lederstück zum Schutz der Finger der Zughand

Taper Verjüngung (Verringerung des Durchmessers), 1. am Pfeil zum Aufsetzen von Spitze oder Nocke, 2. die des Wurfarms zum Ende oder eines Pfeilschafts zur Spitze hin.

tapered (eingedeutscht: "getapert") Klassifizierung für einen Pfeilschaft, der sich an einem Ende verjüngt.

tapertool Anspitzer für Holzschäfte.

Tauchrohr Lack-, beize- oder ölgefülltes Gefäß zum schnellen Färben oder Versiegeln von Pfeilschäften. Ein Tauchrohr sollte einen geringen Durchmesser haben, um die enthaltene Materialmenge zu begrenzen, im oberen Bereich jedoch eine Erweiterung (Ausdehnungsgefäß) haben, damit der Anstieg der Flüssigkeit durch Verdrängung beim Eintauchen abgefangen und Überlaufen verhindert wird, dicht verschließbar sein, und standsicher aufgestellt oder eingespannt werden können.

Take-Down Bogen Bogen, der aus 3 Teilen besteht (Wurfarmen, Mittelteil) und zum Transport auseinander genommen werden kann.

Tempern Hitzebehandlung von a) Bambus oder Rattan (=Manau), seltener auch Holz, oder b) Laminatklebungen. Dient a) zur Steigerung der Festigkeit, im Bogenbau zur Erhöhung der Leistungsfähigkeit, bzw. b) bei Epoxid-geklebten Laminatbogen zur Steigerung der Klebkraft des Klebers. Der für beide Anwendungsgebiete benutzte Begriff für kontrolliertes Erhitzen beschreibt dabei chemo-physikalisch sehr unterschiedliche Vorgänge: Das Tempern von Bambus, Rattan oder Holz (funktioniert nur bei wenigen Hölzern) erzeugt eine Verhärtung des Materials durch Verschmelzungs- und/oder Karamelisierungsvorgänge sowie das Verdampfen von "Weichmachern" (Ölen). Die Elastizität sinkt, das Material wird steifer. Das Tempern von Epoxid-Klebungen verbessert die Klebkraft durch Begünstigung der Polymerisation, also des Abbindevorgangs, es werden bis zum Erstarren mehr Polymerbrücken gebildet.

Tiller Biegeverhältnis des unteren zum oberen Wurfarm, Form der Biegung der Wurfarme.

Tillern Arbeitsschritt der Bogenherstellung, bei dem der Bogen langsam mehr und mehr ausgezogen wird. Dabei wird laufend die Biegung kontrolliert und ggf. korrigiert. Bei Recurvebögen wird der untere Bogenarm getillert (siehe Pivotpunkt); oft werden auch beide Bogenarme getillert um das Spanngewicht zu erhöhen.

Tillersehne Zugfeste und dehnungsarme, aber preiswerte Schnur, die anstelle hochwertigen Sehnengarns als Sehne beim (sh.) Tillern verwendet wird, zum Beispiel gefochtene Polyesterschnur aus dem Baumarkt mit (je nach beabsichtigtem Zuggewicht) 3 - 4 mm Durchmesser. Ein Ende kann mit einer Schlaufe versehen werden, das andere Ende wird mit einem variablen (also leicht zu lösendem) Knoten befestigt. Die Tillersehne sollte ungewachst bleiben, da sie ja mit noch unbehandeltem Holz in Kontakt kommt. Wichtig beim Tillern ist, die Tillersehne stufenweise zu verkürzen: Zu Beginn: Sehnenlänge = Sehnenkerben-Abstand Standhöhe ist dann 0, Sehne liegt am Griff an. Hast Du 1/3 der End-Auszuglänge erreicht, verkürzt Du die Sehne, so dass die Sehne 1/3 Standhöhe hat, (End-Standhöhe bei Holzbogen normaler Länge = 15 - 16 cm, zw. Sehne und Griff gemessen!), also 5 cm. Bei 1/2 Auszug wieder kürzen, auf 1/2 Standhöhe. Bei 2/3 Auszug wieder kürzen, auf 2/3 Standhöhe. Bei 3/4 Auszug angekommen, auf volle Standhöhe gehen.

Tillerstock (auch Tillerbrett, engl. tillerboard) Hilfsmittel zum Tillern von Bogen. Brett oder Latte, in der an einem Ende eine große, über die Länge viele kleine Kerben sind. Wird senkrecht eingespannt oder an einer (sh.) Tillerwand befestigt. Oben wird der Bogen (mit Sehne) eingelegt. Nun kann man die Sehne um ein bestimmtes Maß ziehen, in die kleinen Kerben einhängen, und zurücktreten, um die Biegung zu betrachten.

Tillerwand Hilfsmittel beim Tillern. Ca. 2 m breite, 1 m hohe Fläche, vor der mittig der Tillerstock befestigt wird. Auf der Fläche sind horizontale Linien oder ein Raster. Die Linien helfen bei der Beurteilung, ob die Wurfarme gleichmäßig biegen.

Tips Enden der Wurfarme, die hier etwas steifer gearbeitet sind, (oft auch durch Overlays verstärkt), so dass sie nicht mit biegen, und dadurch einen ansatzweisen Static-Recurve-Effekt bewirken.

Tophat System-Pfeilspitze.

Tough Timber Markenbezeichnung für Pfeilschäfte, die aus schichtverleimtem Holz mit Hartholzlagen (in verschiedenen Holzarten angeboten) gefertigt werden. Nach Herstellerangabe sind die Schäfte dadurch (im Vergleich zu Vollholz) steifer (damit dünner), haltbarer und gerader; aber auch teurer.

Traditionelles Bogenschießen Bogenschießen ohne Verwendung von Zieleinrichtungen oder Compoundbogen

Trockenschuß Loslassen der Sehne, ohne daß ein Pfeil abgeschossen wird (kann die Zerstörung des Bogens und Verletzungen des Schützen zur Folge haben).

Tuning Feinabstimmung des verwendeten Materials zur optimalen Ausnutzung ihres Potentials.

U

Uller (skandin. Ull) Jagdgott der Germanen, Schutzpatron der Bogenschützen

Untergriff Die Sehne wird mit 3 Fingern unterhalb des Pfeils gegriffen. Erfordert einen aufgeklemmten Nockpunkt und Klemmnocken, damit der Pfeil beim Auszug nicht verruscht oder abfällt. Für traditionelles Schießen unüblich.

V

V-Bar V-förmiges Gerät, das an der Vorderseite des Bogens angeschraubt wird und zur Aufnahme der Konterstabilisatoren und des Monostabilisators dient.

Vegetarier: Altgermanisch für “Schlechter Jäger” ;)

Viburnum (lat. für Schneeball) wolliger oder gemeiner Schneeball, in der Steinzeit beliebtes Material für Pfeilschäfte, hart und zäh, wird unter Hitze gerichtet

versiegeln Im Bogenbau: Das Bestreichen frisch geschlagener Stämme / Staves an den Enden (Schnittfläche und 5 - 10 cm seitlich) mit Holzleim, Lack oder Wachs, um ein schnelles Austrocknen der Enden zu verhindern, da diese sonst reißen und/oder verspröden würden. Sollte unverzüglich vorgenommen werden, nachdem das Holz auf die vorläufige Länge geschnitten wurde! Die beste Versiegelung ist billigster Holzleim. Lack sollte in min. 2 Schichten aufgetragen werden. Wachs kann, wenn bei der Verarbeitung Reste "verschmiert" werden, Lackierungen oder Klebungen behindern. Tipp: In Tischlereien fallen immer wieder Holzleimreste an, die schon beginnen, dick zu werden. Für den Tischler unbrauchbar, für's Versiegeln ideal, weil zähflüssig!)

Visier Mechanisches Gerät, das als Zielhilfe eingesetzt wird.

Vorbauvisier Visier, das nicht unmittelbar am Bogen, sondern auf einem Ausleger montiert ist. Dadurch wird der Abstand vom Auge zum Visier verlängert.

Vorschaft (Hart-)Holzstab, der vorne an den Pfeil gespleisst wird. Bei Holzschäften zur Erhöhung der Bruchfestigkeit, bei Schäften aus Schilfrohr zur Aufnahme der Spitze. Oft war der Vorschaft nur leicht befestigt, so dass im Falle eines 1. NICHT tödlichen Schusses oder 2. eines Fehlschusses, der die Spitze beschädigte 1. der Vorschaft in der Beute verblieb und die Flucht behinderte oder 1. und 2. nur der Vorschaft neu hergestellt werden musste.

W

Wärmebox Wärmegedämmte Kiste mit kontrollierter Beheizung, die einen ganzen Bogen aufnehmen kann. Bei der Herstellung von Komposit-Bogen, bei denen als Kleber Epoxi verwendet wird, erhöht eine Erwärmung während der Abbindephase erheblich die Festigkeit der Verklebung; auch zum Trocknen von Staves oder Rohlingen verwendet

warmziehen auch "Warm-machen", selten "Aufpumpen". Unerlässliche Vorbereitung des Schießens mit einem Holzbogen. Das Warmziehen hat NICHTS mit Temperatur zu tun, sondern dienst dazu, die Holzfasern in die gebrauchsfähige Dehnung (Rücken) bzw. Stauchung (Bauchseite) zu bringen. Holz hat die Eigenschaft, sich unter Biegebelastung anzupassen. Die unter Zug stehende Rückenseite dehnt sich, die Bauchseite staucht zusammen. Daher ist ein Holzbogen nach Gebrauch auch etwas krummer als im Ausgangszustand. Nach Gebrauch und Abspannen geht diese Anpassung wieder zum Teil zurück. Das Warmziehen dient nun dazu, die Fasern wieder in den Gebrauchszustand zu bringen. Dies muss behutsam geschehen, und zwar um so langsamer, je kälter es ist. Faustregel: Je nach Lufttemperatur 5 - 10 mal bist 1/3 Auszug, 5 - 10 mal bis 2/3 Auszug, 5 mal bis Vollauszug. Das Ziehen muss langsam geschehen, und die Sehne muss ebenso langsam wieder zurück geführt werden. Danach kann der Bogen geschossen werden. Durch das Warmziehen erhalten die Fasern die Gelegenheit, sich angemessen langsam anzupassen. Die Gefahr von Bogenbruch durch Faserriss (am Rücken) und Kompressionsbrüchen (auf der Bauchseite) wird so deutlich reduziert.

wedeln siehe) Schwänzeln

Wergeld Nach altem germanischen Recht die Busse, die für die Tötung eines Freien vom Täter bzw. dessen Sippe gezahlt werden musste, geteilt in die Erbsühne (an nächste Erben) und die Magsühne (an sonstige Verwandte).

Westgoten Die aus Südschweden im 2./3. Jh. n.Chr. bis ins heutige Rumänien wandernden Westgoten gelangten im 4./5. Jh. n.Chr. über den Balkan nach Südwestfrankreich (König Theoderich), dann ab 468 nach Spanien. Ihr dortiges Königreich bestand bis zur arabischen Invasion im Jahr 711 n.Chr.

Wickelgerät Hilfsmittel zum schnellen Erstellen gleichmäßiger Mittel- und Öhrchenwicklungen auf der Sehne, indem es den Faden in einer konstanten Spannung hält und durch eine Führungsnut das Überlagern der Windungen und das Herunterfallen der Spule verhindert.

Wiederhaken-Stück / (Barb-Piece) Ein besonderes, mit Widerhaken versehenes Stück Knochen, etc., an dem die eigentliche Pfeilspitze befestigt ist. Nicht zu verwechseln mit dem Vorschaft, der eine vollkommen andere Funktion hat.

Wikinger-Bogen Historischer Langbogentyp aus Ulme oder Eibe, mit auffällig langen und deflex gebogenen Enden oberhalb der Sehnenkerbe, die meist nur einseitig angebracht war.

Wurfarm (Limb) Oberer und unterer Teil des Bogens, der durch Biegung den Hauptanteil des Spannungsaufbaus leistet.

Wurfarm (limb) Oberer und unterer Teil des Bogens, in dem die potentielle Energie gespeichert wird und der sich beim Auszug biegt

X

XP.. z.B. XP 10. (Produktbezeichnung) Carbonfaser-Laminat für Bogenrücken. Leistungsfähiger als Glasfaser, aber auch viermal so teuer.

Y

Yabusame Traditionelles japanisches Bogenschießen zu Pferde (seit dem 15. Jahrhundert). In vollem Galopp müssen die Reiter über den Yabusame-Pfad jagen und drei Zielscheiben treffen, ohne dabei den Lauf des Pferdes zu hemmen. Beim Frühlingsfest in Nikko zeigen die Yabusameschützen alljährlich ihr Können.

yard englisches Längenmaß. 1 yd = 0,91440 m = 3 feet = 36 inch

yew englisch für Eibe.

Yumi ist ein japanischer Langbogen.. Traditionell aus laminiertem Bambus gefertigt, heute für Anfänger auch aus Holzlaminat belegt mit Glas- oder Carbonfaser, die zwar robuster, schiesstechnisch dem Bambus aber unterlegen ist. Charakteristisch ist die asymmetrische Form mit deutlich reflexen Wurfarmen im ungefähren Verhältnis 2/3 über und 1/3 unter dem Griff. Diese Form ist seit dem 3. Jahrhundert nachgewiesen und ermöglicht die Verwendung des Langbogens in knieender/gehockter Stellung (beim Schiessen aus der Deckung in Jagd und Krieg vorteilhaft) und zu Pferde. Ihre Entstehungsgeschichte ist aber nicht völlig geklärt.

Young, Arthu: Bogenpionier und Weggefährte von Saxton Pope

Z

Zeder Beliebtestes Holz für Pfeilschäfte. Was im Handel allerdings als "Zeder" bezeichnet wird, ist botanisch keine echte Zeder, sondern meist die Scheinzypresse (Chamaecyparis lawsoniana).

Zen-Bogenschießen ist eine weit verbreitete, aber sachlich nicht ganz richtige Bezeichnung für Kyudo. Für eine ausführliche Darstellung des historischen Hintergrundes siehe z. B. http://www.gungfu.de/aikido/herrigel.html.

Ziehklinge Werkzeug für die Holzbearbeitung. Eigentlich nur ein Stück hochwertiges Stahlblech. Durch eine nicht ganz einfache Aufbereitung der Kante (siehe http://www.feinewerkzeuge.de/G10004.htm ) entsteht ein Grad, der sich bei richtiger Anwendung sehr kontrolliert und fein zum Abschaben geringer Holzschichten verwenden lässt. Unverzichtbar zum Tillern von Bogen.

Ziehmesser (Zugmesser) Werkzeug für die Holzbearbeitung. Eine gerade, (leicht) gekrümmte oder gewölbte Klinge mit einem gerade oder abgewinkelt angesetzten Griff an jeder Seite. Von einem eingespannten Holzstab lassen sich damit relativ kontrolliert lange Späne abziehen.

Zielauge Jenes Auge, das beim Sehen die Führung übernimmt; es sollte den Bogenarm bestimmen: Beim linken Zielauge hält die rechte Hand den Bogen und beim rechten Zielauge die linke Hand. Siehe auch Kreuzdominanz. Welches Auge dominant ist, kann man testen, indem man mit ausgestreckten Armen durch eine Pappe mit Loch (oder einen mit den Fingern beider Hände gebildeten Ring) von ca. 3 cm Durchmesser einen entfernten Punkt mit beiden Augen fixiert, und dann das Loch (den Ring) langsam zum Gesicht führt, ohne den Fixpunkt zu verlassen. Das Auge, vor dem Loch bzw. Ring "ankommen" ist dominant. Alternativ deckt man mit beiden geöffneten Augen einen entfernten Fixpunkt mit dem Daumen ab und kneift nun abwechselnd ein Auge zu; das Auge, bei dem der Daumen dabei auf dem Fixpunkt "liegt", ist das dominante.

Zielpunkt Bewusst ausgesuchter Punkt, auf den die Pfeilspitze gerichtet oder beim instinktiven Schießen der Blick fokussiert wird; s. a. Nullpunkt 

Zielscheibe (Target) Strohscheibe mit Überzug aus Segeltuch und aufgemalten Ringen, die heutzutage beim Bogenschiessen statt der Erdscheiben Verwendung finden.

Zierband, -Ringe (Riban; s.a. Cresting) allgemeine Bezeichnung für Bemalungen des Pfeilschaftes. Zumeist um den Schaftendbereich gemalt. Solcherart Verzierungen wurden auch als Stammesmarkierungen, Kennzeichnung von Pfeilen für bestimmte Beutetiere, oder Besitzermarken bezeichnet.

Zoll: siehe Inch

Zuggewicht Beim Spannen des Bogens zu überwindende Kraft. Die Vereinigung der Bogenhersteller (AMO) hat sich darauf geeinigt, das Bogenzuggewicht auf eine StandardAuszugslänge von 28 Zoll (gemessen von Bogenvorderkante bis zur Nockkerbe) bzw. 26 1/4 Zoll (gemessen an der tiefsten Stelle des Griffes bis zur Nockkerbe) zu beziehen. Bei einer längeren Auszugslänge erhöht sich das Bogenzuggewicht. Bei einer kürzen Auszugslänge verringert sich das auf dem Bogen angegebene Zuggewicht

Zughand Die Hand, mit der die Sehne gezogen wird

Zugwage (engl. bow-scale). Federzug-Waage zur Bestimmung des Zuggewichts. Als Zubehör zum Bogenbau im Fachhandel mit Einteilung in engl. Pfund (Pound) angeboten. Preiswerter sind Zugwaagen aus dem Baumarkt, macht aber eine Umrechnung der Zugkraft erforderlich.

Zupfen Die Zughand wird unmittelbar vor dem Lösen noch ein Stück nach hinten gezogen, auch wenn vorher ruhig geankert wurde. Führt zum Verreißen, mindestens zu einer Streuung in der Höhenlage der Treffer.

Zwickey Hersteller von Pfeilspitzen, besonders bekannt durch seine Judo(-Point) - Spitzen ("Zwickeys").

Zwischenfladerung Eine Fladerung innerhalb eines Jahresringes. Manche Hölzer (z.B. Ulme) zeigen innerhalb eines Jahresringes noch eine feinere Struktur, also ringförmige Linien unterschiedlicher Färbung, die sog. "Monatsringe" oder "Mondringe". Bei Schräganschnitt entsteht dadurch zusätzlich zur "Fladerung" durch den Wechsel von (sh.) Früh- und Spätholz eine feine Zwischenfladerung.

 

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16. April 2012, 17:25 Uhr

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