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Dieser Artikel stellt eine knappe Einführung ins Bogenschießen dar und kann natürlich auf keinen Fall eine persönliche Beratung ersetzen.Wenn ihr euch für das Bogenschießen interessiert, solltet ihr beim nächsten Verein ein Probetraining mit vereinseigenem Material absolvieren. Auf diese Weise werdet ihr langsam an den Bogensport und seine Technik herangeführt. Wird euer Interesse geweckt und erkennt ihr nach einer gewissen Zeit, dass euch das Bogenschießen liegt, empfehlen wir, bei namhaften Bogenhändlern einen passenden Bogen zunächst zu mieten. Die Mietpreise liegen je nach Material und Händler zwischen 40 und 130 € für ein halbes Jahr. Im Falle eines späteren Kaufs wird die Mietgebühr in der Regel angerechnet.
Was brauche ich?
Um mit dem Bogenschießen anzufangen, sind - mehr oder weniger unabhängig von der Bogenart - folgende Sachen erforderlich:
Bogen
Am Anfang ist ein Leihbogen sehr empfehlenswert: Falls er dir dann nicht zusagt oder du das Interesse verlierst, ist nicht soviel Geld vernichtet. Desweiteren ist deine Muskulatur wahrscheinlich am Anfang noch nicht aufs Bogenschießen eingestellt. Wenn du jetzt gleich einen Bogen kaufst, wird er dir dann vielleicht in 2 bis3 Monaten zu schwach und du bräuchtest einen mit höherem Zuggewicht.
Wenn du trotzdem unbedingt deinen eigenen Bogen haben willst, dann solltest du den Bogen vorher selbst geschossen haben. Eine weitere Möglichkeit wäre, sich für den Anfang einen Take-Down Bogen zu kaufen, bei dem man die Wurfarme wechseln kann. Somit muß man sich keinen komplett neuen Bogen kaufen, falls man mehr oder auch weniger Zuggewicht haben möchte.
Insbesondere sind folgende zwei Punkte bei der Auswahl eines Bogens maßgebend: Die Bogenlänge muß auf die anatomischen und technischen Voraussetzungen des Schützen abgestimmt sein (Armlänge, Verhältnis Oberarm/Unterarm, Seiten- oder Mittenanker). Das Zuggewicht muss im Verhältnis zur Maximalkraft des Schützen und zur Auszugslänge desselben ausgesucht werden.
Bogenarten
Es gibt nicht den Bogen, sondern vielmehr viele unterschiedliche Typen, die sich grob in die Klassen:
Nun können die Bögen auch noch zusätzlich mit Komponenten ausgestattet werden. Extrem ist das beim Compoundbogen der Fall mit Lupe, Peep-Sight, Wasserwage wird dieser zum Präzisionsgerät. Wird auf (fast) alle Hilfsmittel verzichtet, spricht man vom
Die Wahl der Bogenart ist i.d.R. eine des persönlichen Vorlieben und legt auch die Art der Schießtechnik fest. Es ist jederzeit problemlos - bis auf den Faktor Kosten - möglich zu wechseln. Auf Turnieren wird jeder dieser Bögen in einer eigen Klasse gewertet..
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Primitivbogen
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Ob man ihn Primitivbogen, Selfbow, historischer Bogen oder sonst wie bezeichnet, eins gilt für alle diese Bögen: Es dürfen keine Kunststoff- oder Glasauflagen bzw. -einlagen verwendet sein. .
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Langbogen
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Die Definition eines Langbogens ist einerseits einfach - der Bogen, den wir alle kennen -, andererseits ist er schon die moderne Variante eines Bogens durch Verwendung von verschiedener Materialien die miteinander verklebt werden . So unterscheidet sich z.B. auch schon im Mittelalter der englische Langbogen vom japanischen Langbogen mit seiner asymetrischen Anordnung der Wurfarme..Im gespannten Zustand darf die Sehne eines Langbogens an den Wurfarme nicht anliegen. Wegen der benötigten Abschußgeschwindigkeit und damit zusammenhängender Trefferdichte werden so um 45 bis 50 Pfund Zuggewicht benötigt.
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Recurvebogen
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Historisch aus dem asiatischen Raum stammend, hat sich der aus verschiedenen Materialen zusammengesetzte Recurvebogen im Abendland nicht durchgesetzt. Wahrscheinlich auf Grund des Naturklebers, der nicht Wetterfest war. Recurvebögen übertragen die Wurfarmenergie wesentlich effizienter als primitiv- oder Langbögen. Dies gilt umso mehr für die modernen Bögen aus Metall. Lediglich der Compoundbogen bietet noch einen höheren Energietransfer. Der Recirvebogen besteht aus einem Mittelstück und zwei Wurfarmen, die an den Enden nach außen geschwungen sind und dadurch eine wesentlich höhere Wurfkraft als der Langbogen aufweist. Er ist der klassische Turnierbogen der bei den Olympischen Spielen geschossen wird. Er setzte sich bald überall in Europa durch.Wird der Recurve-Bogen gespannt, so steigt der Kraftverlauf bis zum Auszugspunkt fast linear an. Die volle Leistungskraft liegt bei Vollauszug auf den Fingern. Der Recurve-Bogen ist zum Transport teilbar Er besteht aus dem Mittelteil mit dem Griffstück, 2 Wurfarmen, der Sehne, einem Visier, Button, Pfeilauflage und Stabilisatoren. Das Stabilisatorensystem hat, wie der Name schon sagt, die Aufgabe, die entstehenden Schwingungen des Bogens beim Abschuss aufzufangen. Ein besseres Trefferbild ist die Folge.
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Compoundbogen
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Technische Innovation des Bogensports. Besteht wie der Recurvebogen aus einem Mittelstück und zwei Wurfarmen. Der Compoundbogen ist eine Weiterentwicklung des Recurve Bogens und hat sich vor allem in Amerika durchgesetzt, wo ihn mehr als 80 Prozent aller Bogenschützen einsetzen. Durch das Flaschenzugprinzip wird eine Zuggewichtsreduzierung erreicht, die heute bei ca. 90 bis 98 Prozent liegen kann. Beim Compoundbogen werden beide Wurfarme mit Kabel und Sehne über die Rollen oder Cams verbunden. Die Kabel dienen zur Vorspannung der Wurfarme, so dass beim Ziehen der Sehne diese von den nicht mittig angebrachten Achsen in den Rollen abgerollt wird; die Rollen "kippen" und geben an diesem Punkt dem Bogen seine Höchstleistung. Nach diesem Punkt verringert sich das Zuggewicht des Bogens bis die Auszugslänge erreicht ist.
Der Compound Bogen darf mit allerlei technische Hilfsmittel wie Peep-Sight, Wasserwaage, Release (mechanischer Lösehilfr), und Vergrößerung im Visier ausgestattet werden. Mit diesen Mitteln ist der Compound-Bogen dem Recurve-Bogen in Punkto Treffergenauigkeit überlegen.
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Blankbogen
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Ein Blankbogen kann jeder Typ von Bogen sein. Es dürfen jedoch keine Visiereinrichtungen, Stabilisatoren, Lösehilfe oder andere technische Hilfsmittel benutzt werden. Mit dem Blankbogen wird die ursprüngliche Art des Bogenschießens ausgeführt. Wer mit dem Blankbogen schießen möchte, nimmt die Pfeilspitze als Zielpunkt. Gleichzeitig wird die Position der Zughand (Ankerhand) an der Sehne, je nach Entfernung, verändert.
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Zuggewicht
Zum Erlernen der richtigen Technik braucht man einerseits einen Bogen, den man mühelos ziehen kann, um sich an die Bewegungsabläufe zu gewöhnen; andererseits muß sich Schultermuskulatur und -gelenk an die einseitige Belastung gewöhnen. Man sollte das Zuggewicht also immer nur langsam und in kleinen Schritten steigern, um den Gelenken und Sehnen Zeit zu geben, sich der veränderten Belastung anzupassen. Im Gegensatz zur Muskulatur brauchen die schlecht durchbluteten Sehnen und Gelenke nämlich viel länger, um sich einer stärkeren Belastung anzupassen. Ein Neuling wird bereits einen 30 Pfund Bogen als stark empfinden; ihn aber bei regelmäßiger Nutzung schon bereits nach 3 bis 4 Wochen als leicht empfindet. Deshalb sollten sich Anfänger weder einen sehr teuren noch einen sehr leichten Bogen kaufen. Grundsätzlich sollte das gewählte Zuggewicht 2/3 der Maximalkraft des Schützen nicht übersteigen, um die feinmotorischen Abläufe zu gewährleisten.
Zuggewichtsempfehlungen für Schüler: 15-25 Pfund für Jugendliche und Frauen : 20-30 Pfund für Männer : 30-40 Pfund.
Diese Angaben beruhen auf eine Auszugslänge von 28 Zoll beim Recurvebogen. Wird der Bogen darüber hinaus gezogen (z.B.29 oder 30 Zoll) sich das Zuggewicht pro Zoll um etwa 3 bis 5 Pfund. Zieht man hingegen weniger als 28 Zoll, verringert sich das Zuggewicht dementsprechend. .
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Auszuglänge
Die Auszuglänge ist abhängig von anatomischen und technischen Gegenheiten des Schützen einerseits sowie des Bogens andererseits. Die Auszugslänge wird erst nach einigem Üben und Abschluß der Muskelaufbauphase konstant sein. Damit beeinflußt die Auszugslänge einerseits die Länge der Pfeile und andererseits die Bogenlänge. Ist der Bogen für einen langen Auszug zu kurz, wird der Winkel der Sehne im Anker zu spitz. Dies kann dann zu einem Einklemmen der Pfeilnocke führen
Pfeile
Ganz am Anfang solltest du dich bei der Pfeilauswahl von jemandem beraten lassen, am besten von dem der dir den Bogen verkauft oder zur Verfügung gestellt hat. Sobald du eine Zeitlang schießt, wirst du dann weniger Probleme haben die richtigen Pfeile zu deinem Bogen auszuwählen. Eine Formel zur Berechnung liefert Bogenschiessen - Trainingswissenschaftliche Grundlagen (O.Haidn / J. Weineck) mit y=0,4737 x Körpergröße in cm - 13,268 cm. Vergleiche Tabelle. Für Anfänger sollten 0,5 bis 1 Zoll längere Pfeile gekauft werden - gemessen an seiner persönlichen Auszugslänge.
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Körpergröße
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Theoretische Pfeillänge
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130 cm
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48 cm
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140 cm
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53 cm
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150 cm
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58 cm
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160 cm
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63,5 cm
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170 cm
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67 cm
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180 cm
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72 cm
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190 cm
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77 cm
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200 cm
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81 cm
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Fingerschutz
Ein Fingerschutz ist abhängig vom Bogentyp. So wird beim Compoundschiessen ein Release benutzt und ein Schießhandschuh beim japanischen Langbogenschiessen. Beim Recurvebogen wird ein Tab (Fingerschutz) benutzt.
Armschutz
Ein Armschutz dämpft den Aufprall der Sehne auf den Unterarm.
Köcher
Am Anfang tut es das allereinfachste: Eine alte Pappröhre mit einer Schnur dran an den Gürtel gehängt. Ein Köcher hilft einem dabei, seinen Stand unverändert zu lassen, wenn man den nächsten Pfeil benötigt.
Wie und wo fange ich an?
Bogenschießen ohne Anleitung sauber zu erlernen ist schwierig. Schau doch einfach mal als Trainingsgast bei einem Verein in Deiner Nähe herein. Adressen findest Du hier.
Wo erhalte ich die Sachen?
Nach dem Entschluss, sich eine eigene Ausrüstung anzuschaffen, muss mit einem nicht unerheblichen Aufwand gerechnet werden. Die Kosten einer vollständigen neuen durchschnittlichen Ausrüstung (Bogen, Visier, Pfeilauflage, Stabilisator, Pfeile, Köcher, Bogenkoffer etc.) liegen zwischen 250 und 1.000 €. Die Kosten für Spitzenausrüstungen beginnen bei rd. 1.300 €. Es gibt auch immer wieder die Gelegenheit, günstig gebrauchtes Material zu erwerben. Denkt jedoch daran, dass man sich als Neuling vor einer Bestellung unbedingt von uns beraten lassen sollte, um unnötige Kosten zu vermeiden. Eine unzureichende und nicht passende Ausrüstung hat schon so mach einem den Spaß am Bogensport verdorben.
Und last but not least
Sportbogen gelten in der Bundesrepublik Deutschland nicht als Waffe im Sinne des Waffengesetzes, sondern als Sportgerät. Dennoch sollte man als Anfänger unbedingt davon absehen, sich einen Sportbogen zu beschaffen und diesen im Wald oder im Garten auszuprobieren. Dies kann unter Umständen zu Unfällen führen, die im schlimmsten Falle Leib und Leben Anderer oder des Schützen bedrohen können! Bogensport sollte man am Anfang grundsätzlich nur in einem Verein betreiben, da nur dort fachkundige Einweisung und Anleitung durch den Trainer gewährleistet und eine entsprechend sichere Schießanlage vorhanden ist. Darüberhinaus ist man durch den Verein versichert.
PDF-Kostenübersicht Bogengrundausstattung Recurve Bogengeschäfte
Weitergehende Anfängerinfos bei www.nockpunkt.de
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